Tirol leistet Beitrag zur
Energiezukunft

Ernst Ulrich von Weizsäcker zu Gast in Innsbruck

Die IVB-Remise im Innsbrucker Stadtteil Wilten war ausgebucht, über 250 Gäste hatten sich für die Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende im Rahmen des Schwerpunkts "Tirol 2050 - energieautonom" der Landesregierung angemeldet und waren gekommen. Der Tiroler Landesregierung war es gelungen, mit Ernst Ulrich von Weizsäcker einen der großen Pioniere der Klimapolitik zu engagieren. In seinem Referat beleuchtete der ehemalige deutsche Bundestagsabgeordnete das Thema globaler Energieverbrauch unter anderem aus dem Blickwinkel der dramatischen Fluchtbewegungen, die derzeit der Politik in Europa und auf der ganzen Welt zu schaffen machen. Das Erreichen von Klimazielen ist für von Weizsäcker neben umweltpolitischen Zielsetzungen auch deswegen wichtig, weil sonst im Jahr 2050 bis zu einer Milliarde Menschen wegen Klimaveränderungen auf der Flucht sein könnten.

Ernst Ulrich von Weizsäcker

"Wir müssen bei den Energiekosten ökologisch die Wahrheit sagen"

Podiumsdiskussion Ernst Ulrich von Weizsäcker

Die westlichen Industriestaaten verharren laut dem deutschen Klimapionier in einer Mikado-Position – alle verweisen darauf, dass sie nicht klimafreundlicher wirtschaften könnten, weil sie sonst Wettbewerbsnachteile erleiden würden. Aus dieser Dynamik auszubrechen sei Aufgabe der Politik: "Wir müssen bei den Energiekosten ökologisch die Wahrheit sagen", lautet der Appell von Ernst Ulrich von Weizsäcker. Gesellschaft und Wirtschaft bräuchten eine gesunde Erde, deswegen müsse dem Klimaschutz absolute Priorität eingeräumt werden.

In der Podiumsdiskussion unterstrichen der für Energie zuständigen LHStv Josef Geisler und die für den Klimaschutz verantwortliche LHStvin Ingrid Felipe, dass Tirol seinen Beitrag zur Energiewende und zum Erreichen der Klimaziele leisten werde. „Wichtig ist, dass wir den TirolerInnnen zeigen, dass jeder und jede Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Energiewende leisten kann", betont LHStv Geisler und verweist darauf, dass das Programm "Tirol 2050 – energieautonom" zahlreiche Vorschläge für Klimaschutz im Alltag transportiere.

„Ich wünsche mir, dass Tirol Vorreiter in der Klimaschutzpolitik wird und das Muster der Mikado-Politik durchbricht. Wir brauchen einen positiven Wettbewerb um die beste Klimaschutzpolitik, kein Warten auf Aktivität von anderen Ländern", sagte LHStvin Ingrid Felipe in der Diskussion. Reinhard Schretter, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, unterstrich, dass die Industrie als Problemlöserin wahrgenommen werden soll, weil sie schon jetzt mit Umrüstungen einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leiste.