Was London und Mailand können, kann Wattens schon lange.
So oder so ähnlich dachte sich das auch Bürgermeister Thomas Oberbeirsteiner, als er für seine Gemeinde das tirolweit erste Polizei-E-Mobil anschaffte.

Vorbildwirkung

Mit ihrem direkten Draht zu den Bürgerinnen tragen Gemeinden aktiv zur Erreichung der Energieautonomie in Tirol bei. „Die E-Mobilität spielt in unserer Gemeinde schon länger eine wichtige Rolle. Wir sind uns unserer Vorbildwirkung bewusst und wollen eine tragende Rolle in der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft einnehmen.“

einzigartig

Deshalb fährt Gemeindepolizist Werner Martini nun nahezu lautlos und lokal emissionsfrei auf Streife. Als einziger Polizist in Tirol wohlgemerkt.

„Ich muss mich schon noch an das neue Auto gewöhnen, aber das Fahrgefühl finde ich einfach nur spitze.“

Das E-Polizeiauto beschleunigt in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht mit satten 170 PS eine Spitzengeschwindigkeit von rund 150 km/h. Für das überschaubare Ortsgebiet von Wattens ist das völlig ausreichend. Aufgeladen ist das E-Polizeiauto ebenfalls rasch. Die Mittagspause reiche für eine 80-prozentige Aufladung aus.

„Inzwischen überlege ich mir sogar privat ein E-Auto anzuschaffen – wer einmal elektrisch fährt, will nicht mehr anders fahren.“

Elektrisierend

Der E-Mobil-Fuhrpark der Marktgemeinde Wattens ist damit auf vier Fahrzeuge angewachsen. Auch am Bauhof sind Elektriker und Straßenreinigung mit zwei E-Autos unterwegs. „Für uns hat sich der Umstieg einerseits auch wirtschaftlich gerechnet, aber vor allem können wir auf ökologische und soziale Vorteile verweisen. E-Fahrzeuge sind nicht so laut wie konventionelle Bauhoffahrzeuge und blasen weniger übelriechende Schadstoffe in die Luft“, freut sich Oberbeirsteiner.

zukunftsvisionen

Neben Polizei und Bauhof sind auch die Mitarbeiter und freiwilligen Helfer des Seniorenheimes elektrisch unterwegs und liefern das Essen auf Rädern emissionsfrei.

„Das fünfte Fahrzeug ist zudem auch schon bestellt und zwar handelt es sich dabei um die Eismaschine vom Eislaufplatz.“

Schon bald soll außerdem die kommunale Ladeinfrastruktur ausgebaut werden.

„So soll auch die Bevölkerung animiert werden auf E-Mobilität umzusteigen. Das ist uns ein besonderes Anliegen, weil wir damit alle gemeinsam einen weiteren Beitrag leisten und Emissionen einsparen können.“

rundum nachhaltig

In Wattens setzt man neben der E-Mobilität auf einige weitere nachhaltige und ressourcenschonende Technologien. Die Trinkwasserversorgung beispielsweise ist mit einer Stromgewinnungsanlage gekoppelt. Das Fernwärmenetz ist bereits sehr erfolgreich in Betrieb und die gesamte öffentliche Beleuchtung wird sukzessive auf LED-Technologie umgerüstet.

energieeffiziente gemeinde

Diskutiert wird momentan auch ein möglicher Beitritt zum e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden. Das landesweite Aktionsprogramm unterstütz Gemeinden, die Energie effizienter und umweltverträglicher nutzen und den Einsatz erneuerbarer Energieträger ausbauen wollen. Mit e5 erhalten Gemeinden die nötigen Hilfsmittel und Unterstützung, um ihre Energie- und Klimaschutzziele festzulegen und zu erreichen.

„Denn in den Gemeinden hat jede Entscheidung direkt oder indirekt mit Energie zu tun“, ist sich Oberbeirsteiner sicher.