TU Wien analysiert Heizkosten

Und kommt zum Schluss: Wer kein Risiko eingehen möchte sollte beim Heizen auf erneuerbare Energie setzen

Die TU-Wien legt im Rahmen einer Studie eine Vollkostenanalyse verschiedener Heizsysteme vor, die zu anderen Schlussfolgerungen kommt als andere Heizkostenvergleiche. So basieren die Berechnungen auf dem tatsächlichen Gebäudebestand in Österreich und damit auf
realistischen Einschätzungen über den Wärmeverbrauch der betrachteten Gebäude. Überdies werden von der EU empfohlene Entwicklungsszenarien der Energiepreise hinterlegt. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass nicht nur die momentane Situation abgebildet wird, sondern auch die Unsicherheiten berechnet werden, die sich aus möglichen Energiepreisschwankungen, ineffizienten Betriebsweisen und anderen Einflussfaktoren ergeben.

Das Ergebnis: die Unsicherheiten, wie hoch die zukünftigen Heizkosten tatsächlich ausfallen könnten, sind für Gas- und Ölheizungen wesentlich höher, als für Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energie. So können
die Heizkosten eines unsanierten Einfamilienhauses das mit Öl beheizt wird, um fast 3000€ pro Jahr schwanken, wenn man von historischen
Preisschwankungen ausgeht. Auch Gasheizungen könnten sich als sehr teuer entpuppen, wenn, wie in immer mehr Ländern der Fall, CO2 Steuern eingeführt werden um die CO2 Emissionen zu reduzieren.

Fossile Energieträger weisen laut TU-Studie kaum Kostenvorteile gegenüber erneuerbaren Energieträgern auf. Lukas Kranzl, Leiter der Studie stellt fest: „In allen untersuchten Kategorien von Gebäuden können erneuerbare Heizsysteme wettbewerbsfähige Lösungen
darstellen. Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne, im Neubau weisen Luftwärmepumpen die günstigsten Heizkosten auf. In Mehrfamilienhäusern können Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand, als auch im sanierten Bestand eine günstige Heizungsform darstellen. Bedeutsamer als diese eher geringfügigen Kostenvorteile ist allerdings die Tatsache, dass in allen Fällen das Risiko sehr hoher Heizkosten bei fossilen Heizsystemen deutlich höher ist“.

Die Ausführungen der TU Wien werden von DI Peter Stieger,
dem Geschäftsführer von Engie Energie bestätigt: „Für unseren
Mutterkonzern, der zu den größten Energieunternehmen der Welt zählt, sind die Würfel gefallen. Engie setzt auf erneuerbare Energie und eine zunehmend dezentrale Energieversorgung. In unserem österreichischen Tochterunternehmen, das rund 1000 Beschäftigte hat setzen wir auf effiziente Energiedienstleistungen die im Bereich der Raumheizung immer mehr auf erneuerbare Energieformen beruhen. Wir tun dies, weil es für unsere Kunden wirtschaftlich Sinn macht!“

Peter Püspök, Präsident des Verbands Erneuerbare Energie Österreich über die Studie und deren Ergebnisse: „Diese Untersuchung wurde bei der TU Wien in Auftrag gegeben, weil konventionelle Heizkostenvergleiche viele relevante Fragen gar nicht stellen. Der vorliegende Kostenvergleich zeigt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen heute zwar wirtschaftlich möglich ist. Die Kostenunterschiede zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern sind aber so gering, dass es von alleine sicher nicht zu einer Trendwende in Richtung Nutzung erneuerbarer Energie kommen wird. Ohne Wärmewende gibt es aber keine Energiewende, und ohne Energiewende werden wir unsere Klimaziele niemals erreichen. Um eine Trendwende herbeizuführen, müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dahingehend geändert werden, dass bei fossilen Energieträgern Kostenwahrheit hergestellt wird. Die Politik muss den fossilen Energien durch eine CO2-Abgabe die Klimawandel-Rechnung schicken!“