Energiebedarf: Tirol schneidet im Österreichvergleich gut ab

Der Energieverbrauch in Österreich ist 2016 gegenüber dem Vorjahr gestiegen und hat einen neuen Höchstwert erreicht.

Das zeigt die kürzlich von der Statistik Austria veröffentliche Energiebilanz für das Jahr 2016. Hauptgründe sind die positive Wirtschaftsentwicklung sowie der steigende Verkehr. Der Bedarfsanstieg in Tirol fällt trotz höherem Wirtschaftswachstum deutlich geringer aus als im Österreichschnitt und liegt bei 1,3 Prozent gegenüber 2,8 Prozent. Verglichen mit 2005 stagniert der Energiebedarf Tirols. Beim Anteil der erneuerbaren Energieträger liegt Tirol mit 45,1 Prozent deutlich über dem Österreichwert von 33,5 Prozent.

„Tirol schneidet im Österreichvergleich sowohl bei der Entwicklung des Energiebedarfs als auch beim Anteil erneuerbarer Energieträger gut ab. Um unser Ziel der Energieautonomie zu erreichen und bis zum Jahr 2050 unseren Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern zu decken, sind aber noch zahlreiche Anstrengungen notwendig“, resümiert Energiereferent LHStv Josef Geisler. Um ein noch klareres Bild zu bekommen, wie die energiestrategischen Ziele von „Tirol 2050 energieautonom“ erreicht werden können, wird derzeit im Auftrag des Landes an Ressourcen- und Technologieeinsatzszenarien Tirol 2050 gearbeitet. Die ersten Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2018 vorliegen und helfen, die notwendigen Maßnahmen zur Erreichung der Energieautonome noch besser setzen und steuern zu können.

Schaut man sich die einzelnen Sektoren genauer an, so ergeben die aktuellen Zahlen der Statistik Austria für das Jahr 2016 in Tirol ein differenziertes Bild: In den Sektoren Produktion und Mobilität ist der Energieverbrauch 2016 gegenüber 2015 um 6,3 Prozent bzw. 2,3 Prozent inklusive dem Tanktourismus, der eigentlich nicht dem Tiroler Verbrauch zuzurechnen ist, gestiegen. Im Gebäudebereich hingegen hat sich der Energiebedarf trotz eines kalten Winters um 2,2 Prozent reduziert.

Besonders hervorzuheben ist die längerfristige Entwicklung im Gebäudebereich. Obwohl die Wohnbevölkerung seit 2005 um 52.000 Personen oder 7,5 Prozent gestiegen ist, konnte der Energiebedarf in den vergangenen zwölf Jahren um 2,1 Prozent verringert werden. Große Fortschritte im Sinne einer erneuerbaren Energiezukunft wurden auch beim Einsatz erneuerbarer Energieträger gemacht. Hielten sich im Jahr 2005 fossile und erneuerbare Energieträger mit 50:50 noch die Waage, entfallen mittlerweile 63 Prozent der Energie in Gebäuden auf Erneuerbare.

Um den positiven Trend im Gebäudebereich und der energetischen Sanierung weiter zu verstärken, strebt die Tiroler Energiepolitik langfristig die Hebung der Sanierungsrate im Gebäudebestand auf rund drei Prozent an. Handlungsbedarf sieht LHStv Josef Geisler einmal mehr im Mobilitätsbereich. „Am Umstieg auf E-Mobilität und öffentliche Verkehrsmittel führt kein Weg vorbei“. Hier werde die Entwicklung in den nächsten Jahren aber erst richtig einsetzen, glaubt der Energiereferent. Für erfreulich erachtet Geisler die wirtschaftliche Entwicklung Tirols. Im Produktionsbereich gelte es nun, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Prozesse auf den Einsatz erneuerbarer Energieträger umzustellen. Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen Energieverbrauch um 50 Prozent reduzieren und zur Gänze aus heimischen, erneuerbaren Energiequellen wie Wasser, Biomasse, Sonne und Umweltwärme decken.

Foto: Land Tirol/Berger