Netzwerk Wärmepumpe Tirol

Mit den Initiatoren TIWAG, Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol und Energie Tirol baut das Netzwerk Wärmepumpe Tirol auf vier starke Partner auf dem Weg zur Energieautonomie Tirols.


„Die Erreichung der Energiewende in der Raumwärme ist eine Herausforderung. Die Wärmepumpe ist eine Schlüsseltechnologie für mehr Energieeffizienz, sowohl für den Neubau als auch die Sanierung von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden“, steht für Energiereferent und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler fest. Durch eine rasante technologische Entwicklung ist die Luft-Wärmepumpe bereits jetzt nicht nur im laufenden Betrieb, sondern auch in der Anschaffung absolut konkurrenzfähig. Alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen werden darüber hinaus in der Wohnbauförderung maßgeblich unterstützt. Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, will LH-Stv. Josef Geisler aus energiestrategischen Überlegungen seitens des Landes noch heuer zusätzliche Förderanreize für Wärmepumpen anbieten. Besonders berücksichtigt werden sollen dabei Erd- und Grundwasserwärmepumpen, die durch die notwendigen Bohrungen eine höhere Anfangsinvestition haben.

Außerdem ist das Land Tirol in der Grundlagenarbeit aktiv: 2016 wurde mit der Erstellung von Grundwasserschichtenplänen begonnen. Liegen diese vor, können Planungskosten für Grundwasser-Wärmepumpen wesentlich reduziert werden. Derzeit gibt es Grundwasserschichtenpläne für das vordere Zillertal, das mittlere Zillertal ist in Bearbeitung. Zur Qualitätssicherung von Erdwärmesonden hat das Land einen Leitfaden als Richtschnur für Bauherren und ausführende Firmen herausgegeben. Derzeit liegt Tirol im Gebäudebereich bei einem Anteil von 50 Prozent an erneuerbaren Energieträgern. „Bis zum Jahr 2050 wollen wir auch beim Heizen und Kühlen ohne fossile Brennstoffe auskommen“, verweist Geisler auf das Ziel der Energieunabhängigkeit „Tirol 2050 energieautonom“.

 2.000 Wärmepumpen pro Jahr als Ziel
Neben dem ökologisch verträglichen Ausbau der Wasserkraft ist die Förderung von Energie aus Umweltwärme ein Schwerpunkt in der Energiestrategie des Landes. Die Wärmepumpe wurde vor mehr als 150 Jahren vom Österreicher Peter Ritter von Rittinger erfunden. Sie ist optimal zum Heizen und eine kostengünstige und umweltschonende Art der Kühlung. Die Wärme wird dabei aus der Erde, dem Grundwasser oder der Umgebungsluft gewonnen und ist somit jederzeit verfügbar.

 Im Rahmen der Energiestrategie des Landes sollen in Neubau und Sanierung jährlich rund 21 Gigawattstunden Energie aus Umweltwärme kommen. Das entspricht der Ausrüstung von 2.000 Einfamilienhäusern auf Niedrigenergiestandard mit Wärmepumpentechnologie. „Als Landesenergieversorger wollen wir dazu beitragen, diese umweltschonende und nachhaltige Technologie voranzutreiben“, kündigt TIWAG-Vorstandsdirektor Thomas Gasser eine Wärmepumpenoffensive für Tirol an. Derzeit verfügen von den rund 306.000 Haushalten in Tirol lediglich fünf Prozent über eine Wärmepumpe. Damit hat Tirol im Bundesländervergleich Aufholbedarf. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Burgenland beträgt der Marktanteil 18 Prozent. In Niederösterreich und Oberösterreich setzen bereits rund 60.000 Haushalte auf die moderne Wärmepumpentechnologie.

Neues Förderpaket für TIWAG-Kunden
Das Potential ist groß: Immerhin werden jedes Jahr in Tirol rund 1.700 neue Gebäude und 6.000 Wohneinheiten errichtet. Im vergangenen Jahr wurden zudem über 12.000 Wohneinheiten mit Unterstützung der Wohnbauförderung saniert. Die TIWAG hat deshalb gemeinsam mit dem Land Tirol, der Energie Tirol sowie der Landesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker in der Wirtschaftskammer Tirol das „Netzwerk Wärmepumpe Tirol“ als zentrale Anlaufstelle gegründet. Auf der neuen Internetplattform www.nwwp.tirol sind ab 01. Feber sämtliche Informationen und Ansprechpartner für den interessierten Endverbraucher gebündelt.

 Zusätzlich fördert die TIWAG ab sofort jede Neuanschaffung einer Wärmepumpe mit einer Energiegutschrift in der Höhe von 3.000 kWh (entspricht dem Jahresenergiebedarf einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus) und einem SMART-Bonus von 150 Euro zur Optimierung des Wärmepumpenbetriebs. Die beiden Tiroler Hersteller Heliotherm und iDM gewähren beim Kauf einer Wärmepumpe zusätzlich einen Rabatt von 500 Euro brutto. TIWAG-Vorstandsdirektor Thomas Gasser: „In Summe haben wir ein attraktives Anreizpaket für die Tiroler Häuslbauer geschnürt, begleitet durch eine umfassende Informationskampagne beginnend bei der Tiroler Hausbau- und Energiemesse von 2. bis 4. Feber.“