Unter dem Namen „Kuprian Villa“ ist das aus dem Jahre 1927 stammende Haus in Tarrenz bekannt. Künstler und Intellektuelle aus den Städten besuchten die Region gerne zur Sommerfrische und blieben oft mehrere Wochen im als Gästehaus konzipierten Gebäude.
Selbst 90 Jahre nach seiner Errichtung war das Haus in seiner Substanz kaum verändert worden. Eine Heizung war gar nicht und sanitäre Anlagen nur spärlich vorhanden. Doch galt es nun, das Gebäude zum neuen Lebensraum für eine junge Familie zu adaptieren.  

vom meer in die berge

Nach einigen Jahren in Mikronesien, zog es die gebürtige Tarrenzerin Silvia Mendiola, zusammen mit ihrem Mann Jeffrey zurück in die Heimat. Im Rahmen der Sanierung war es den Bauherren ein Anliegen die historische Qualität des Gebäudes zu erhalten und den Geist dieser Zeit wieder aufleben zu lassen. „Schon meine Tante Maria und Onkel Sepp lebten hier, ich habe als Kind viel Zeit in diesem Haus verbracht. Ich hatte den starken Wunsch, dieses Gebäude nach so vielen Jahren, wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen“, erzählt Silvia Mendiola.

wohlfühloase

„Größte Raumqualität bietet das Dachgeschoß, mit großzügigem Balkon im Süden und einem hohen freigelegten Dachraum. Diese Ebene wird durch geschickte Einteilung zum Wohnraum für die vierköpfige Familie“, erklärt Tabernig sein Konzept.

„Die neue Dachterrasse Richtung Westen erweitert den Wohnraum und bietet uns zudem hohe Aufenthaltsqualität im Freien mit unverbautem Blick über das Tal“, ergänzt Jeff Mendiola.

die richtige planung

Kurzum machte sich die junge Familie auf die Suche nach einem Architekten, der die Erhaltung alter Bausubstanz genauso schätzt wie sie und gleichzeitig ausschließlich mit gesunden und nachhaltigen Materialien arbeitet.

„Mit Martin Tabernig haben wir da eine perfekte Wahl getroffen“

Architekt Dipl.-Ing. Martin Tabernig, hat in der Planung exzellente Arbeit geleistet und aus den über drei oberirdische Geschoße verbundenen Gästezimmern, drei unabhängige Wohnungen gezaubert. 
Alle Wohnungen weisen großzügige Bezüge zum Außenraum auf, nutzen durch flexible Anordnung des Wohn- und Essbereiches unterschiedliche Tageslichtsituationen und haben ihren individuellen Charme.

ergänzen statt ersetzen

Die großzügig bemalte Putzfassade wurde vollständig erhalten und lediglich ausgebessert, auch die alten Kastenfenster wurden nicht durch moderne Holzfenster mit gänzlich anderer Geometrie ersetzt, sondern mit neuer Dichtungsebene und Isolierglasscheiben auf ein entsprechendes Maß verbessert, um den hohen Kriterien von Dichtheit und Wärmeschutz zu entsprechen.

ein lernprozess

„Eigentlich dachten wir, wir könnten die Sanierung Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum durchführen. Je länger wir uns aber mit dem Sanierungsprozess auseinandersetzten, desto stärker wurde uns klar, dass alle im Elemente im Haus miteinander zusammenhängen. Die Fenster haben Auswirkungen auf die Dichtheit, die Dichtheit hat Auswirkungen auf die zum Haus passende Heizung und so könnte die Liste lange fortgesetzt werden“, erklärt Silvia Mendiola.

innerste überzeugung

Aber auch das Thema Energieeffizienz spielt in der Villa Mendiola eine große Rolle. „Diese Affinität zur Natur und deren bestmöglichen Schutz ist in Silvia schon seit ihrer Kindheit verwurzelt. Ich erinnere mich noch an ihr Kinderzimmer, das voll mit getrockneten Blumen und Kräutern war“ erzählt Andrea Strasser, eine gute Freundin von Silvia Mendiola, die auch am energetischen Konzept mitgearbeitet hat.

Mit nur wenigen gezielten Eingriffen wurde versucht, das Haus auf heutigen Stand der Technik zu bringen.

im kreislauf der natur

Dem ursprünglich mit mehreren Kachel- und Kohlenöfen beheizten Gebäude wurde eine zentrale Holzheizung für Warmwasser und Gebäudeheizung hinzugefügt, das notwendige Brennholz wird ausschließlich aus dem eigenen Waldbestand gefördert. „Die Verteilung der Wärme erfolgt Großteils über Wandflächen, da die historischen Böden erhalten wurden. Im Sommerbetrieb sorgt eine thermische Solaranlage für die Aufbereitung des Warmwassers. Ein zentrales Lüftungsgerät mit hohem Wärmerückgewinnungsgrad vervollständigt das neue Haustechnikkonzept, erklärt MBA, DI(FH) Rainer Krißmer, der das energetische Gesamtkonzept erstellt hat.

mit vorurteilen aufräumen

Eine Komfortlüftung minimiert Lüftungsverluste im Winter und sorgt vor allem für frische Luft und für den Abtransport von Feuchtigkeit im gesamten Gebäude.

„Trotz anfänglicher Skepsis, ja fast Widerwillen, sind wir jetzt überaus glücklich mit der Lüftungsanlage. Stickige Luft gibt es bei uns im Haus nicht mehr“, schmunzelt Familie Mendiola.

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