Clemens Rangger und mit ihm die Ortsgruppe der Völser Jungbauernschaft haben angesichts COVID-19 schnell gehandelt. Per WhatsApp kam die Idee auf, dann die Nachricht: „Wer mithelfen will, soll schreiben“. Mit selbst ausgedruckten Zetteln im Ort und sogar per Postwurf wurde ihr Angebot an die VölserInnen verteilt: Einkaufengehen für die Risikogruppe. Im Hilfsteam waren während des Lock-Downs im Frühjahr 2020 14 Personen engagiert.

Prioritäten setzen

„Man schaut schon mehr drauf, was wirklich wichtig ist“,

meint Clemens auf die Frage nach den Auswirkungen auf ihn persönlich.
„Es sind einfach ganz klar Menschen, die Hilfe brauchen."

"Aber man sieht ja schon auch, dass es gut für die Umwelt ist, wenn nichts mehr auf den Straßen los ist. Oder wie sauber in Venedig das Wasser nun wieder ist."

Auch wenn die aktuelle Krise und deren Bewältigung etwas ganz Eigenes ist – manche Parallelen lassen sich auch zur Generationenaufgabe „Energieautonomie bis 2050" ziehen.

Hilfe organisieren

Clemens Telefon klingelt mindestens einmal, mittlerweile eher zweimal am Tag. Meist Ältere nehmen dankbar die Hilfe an. Die meisten sind Clemens noch nicht direkt persönlich bekannt, aber über ein paar Ecken kennt sich hier jeder.

„Es motiviert einfach, dass die Menschen so dankbar sind. Man sieht, dass sie Hilfe brauchen und da helfen wir wirklich gerne“,

klingt Clemens' Stimme ruhig und fröhlich durchs Telefon.

KLARE REGELN

Die strengen Vorschriften rund um das ‚Corona-Virus‘ werden ernst genommen.
„Meine Lehre zum Elektriker läuft im Moment als Online-Schule am Vormittag weiter, am Nachmittag erledige ich die Einkäufe - natürlich völlig kontaktlos. Dass die ganze Krise und damit auch die Maßnahmen in Österreich so extrem werden, hätte ich mir nicht gedacht.“

Aber man sehe schon, dass diese klaren Vorschriften wichtig seien:

„In anderen Ländern wird das auf freiwilliger Basis gehandhabt und funktioniert dann auch nicht so gut. Wahrscheinlich bräuchte es zum Beispiel im Klimaschutz auch ganz konkrete Regeln, dann würde schon was weitergehen.“

Z'SAMMHelfen

#zammhelfen #wir schaffen das – Schlagworte wie diese werden im Moment besonders stark und zum Glück von vielen Menschen gelebt. Viele Junge engagieren sich für die ältere Generation. Clemens ist schon seit drei Jahren bei den Jungbauern aktiv: „Normalerweise kochen und kellnern wir beim Lebenshilfe-Ball oder organisieren auch mal ein Rodelwochenende“, erzählt er.

Dass man als Erwachsener mit Job und Familie nicht so leicht Zeit findet, sich umzukrempeln und den Alltag klimaneutral zu organisieren versteht er gut.

„Aber es müsste schon mehr getan werden. Ich finde es zum Beispiel brutal schade, dass die Gletscher so zurückgehen. Mir ist wichtig, dass da was getan wird.“

Clemens wird im Jahr 2050 stolze achtundvierzig Jahre alt sein. "Es ist normal schon brutal viel los auf den Straßen, selbst zu Zeiten wo man es nicht denken würde."

"Ich wünsche mir, dass wir dann weniger Güterverkehr auf der Autobahn haben. Und im Grunde fast keine Autos auf den Straßen, sondern einen viel besseren öffentlichen Personennahverkehr.“

Regional versorgen

„Ich selbst kaufe nur regional ein. Das macht ja auch Sinn. So werden die regionalen Bauern unterstützt und die Qualität stimmt einfach.“

In Zeiten des COVID-19 wird immer mehr Menschen bewusst, wie wichtig regional verfügbare Güter sind. Das lässt sich natürlich auch auf Energie fürs Auto oder Warmwasser übertragen.

 „Wir haben zum Beispiel auch schon eine Solaranlage auf dem Haus“,

berichtet der zukünftige Elektriker.

„Und ich hoffe, dass ab sofort noch viel mehr auf regionale Produkte gesetzt wird.“ 

Fazit:

Jede Krise bietet auch Chancen: Wir sind eine globale Gemeinschaft und können was bewegen. Die ExpertInnen wissen, was zu tun ist. Und Gesundheit ist uns allen wichtig – gesunde Landwirtschaft, gesunde Umwelt und damit gesunde Menschen.


Diese Geschichte ist erschienen: 2020

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