Mitte der 90er Jahre gründeten Gerhard und Gabriela Margreiter in Schwaz ein Unternehmen das heute unter dem Namen NATURABIOMAT® bekannt ist. Inzwischen beschäftigen die beiden 25 MitarbeiterInnen und sind mit ihren Produkten Marktführer für biologisch abbaubare Kunststoffverpackungen und Bioabfallbeutel.

VON SCHWAZ IN DIE WELT

Die Produkte von NATURABIOMAT® revolutionieren die Welt der Verpackungen und haben mittlerweile in einer Vielzahl an Haushalten in Österreich, Deutschland und Skandinavien Einzug gehalten. Bio-Karotten, Fleisch und Äpfel sind in den Kunststoffen von NATURABIOMAT® gut aufgehoben. Aber auch klassische Supermarkt-Taschen, Frischhaltebeutel und Biomüllsäckchen finden sich im Sortiment. Und zu guter Letzt landen tagtäglich tausende Beutel aus Schwaz in den Händen von Herrchen und Frauchen beim Gassi gehen.

NACHHALTIGKEIT IM GESPÜR

Im Gespräch mit Gerhard Margreiter wird klar: Eine intrinsische Überzeugung von langfristiger Nachhaltigkeit und eine kräftige Prise Unternehmertum sind die Hauptzutaten dieser Erfolgsgeschichte. „Die Zukunft liegt ganz klar in den nachwachsenden Rohstoffen“, ist Margreiter überzeugt. „Sowohl eine durchdachte Ressourcenschonung, als auch der effiziente Einsatz von Energie stehen bei uns ganz oben auf der Agenda. Nachdem biologisch abbaubare Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen heute weniger als 1% der weltweiten Kunststoffverpackung ausmachen, schlummert hier noch extrem viel Potential.“

DIE disteln aus sardinien

Dabei forciert die Firma neben biologischer Abbaubarkeit auch die Reduktion fossiler Ressourcen und erreicht bereits heute einen Anteil von bis zu 60 % pflanzlicher Rohstoffe in ihren Biokunststoffen.

„Der gesamte Produktzyklus, von den Rohstoffen über die Produktion und den Vertrieb bis hin zur Entsorgung, ist nachhaltig geregelt. Wir wollen genau wissen, wo die Rohstoffe für unsere Produkte herkommen, ansonsten verwenden wir sie schlichtweg nicht.“

Ein ganz essentieller Rohstoff der NATURABIOMAT® kommt aus Sardinien, wo eine ehemalige Erdölraffinerie mittlerweile Öl aus heimischen Disteln produziert.Neben dem ökonomischen Vorteil bietet die Distelölproduktion auch ökologisch und sozial positive Effekte für die Region. 

„Eine Vielzahl der ehemaligen MitarbeiterInnen der Raffinerie konnte übernommen werden und die Distelblüte brachte auch die Bienen zurück. Inzwischen gibt es wieder viele lokale ImkerInnen.“

GENUTZTE POTENZIALE

Neben dem ökonomischen Vorteil bietet die Distelölproduktion auch ökologisch und sozial positive Effekte für die Region.  „Eine Vielzahl der ehemaligen MitarbeiterInnen der Raffinerie konnte übernommen werden und die die Distelblüte brachte auch die Bienen zurück. Inzwischen gibt es wieder viele lokale ImkerInnen.“  Margreiter verweist zudem auf das große Potenzial von Distelöl für die Verpackungsindustrie: „Allein auf Sardinien gäbe es ausreichend Brachfläche um Disteln anzubauen und damit die gesamten Plastiksackerl in Europa zu ersetzen.“

Foto: Matrica

NEUES DACH MIT ZUKUNFT

Auch beim Neubau des Firmengebäudes 2016 hat NATURABIOMAT® auf Zukunftsfähigkeit gesetzt. In dieser Version des Tiroler Hauses der Zukunft wurden wo möglich ökologische Baustoffe eingesetzt und HandwerkerInnen aus der unmittelbaren Umgebung engagiert, um Transportwege zu minimieren.

Die Wärme und Kühlung wird mittels Wärmepumpe erzeugt und der Strom aus der PV-Anlage am Dach wird zu 80 % selbst verbraucht, daneben sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung stündlich für 2.200 m³ Frischluft unter dem begrünten Dach.

Zudem wurde der Server in eine geteilte Infrastruktur in einem Bergstollen in der Steiermark ausgelagert, dadurch konnten mehrere Tausend kWh Strom eingespart und der Einsatz seltener Erden minimiert werden.



Nicht nur im Bau, auch in der Nutzung des Gebäudes wird auf höchstmögliche Energieeffizienz gesetzt. 

„An jedem Arbeitsplatz gibt es beispielsweise einen Schalter mit dem die Deckenbeleuchtung einzeln angesteuert werden kann, die Raffstores richten sich automatisch nach dem Sonneneinfall und das Lager ist unbeheizt, weil beim ständigen Öffnen der Tore und Türen sowieso die meiste Wärme ins Freie verheizt würde.“

Am 24. Mai 2016 konnten die Magreiters und ihr Team dann in das neue Gebäude einziehen:

„Das war ein ganz besonderer Tag für uns“, schmunzeln die beiden. „Das Datum wissen wir so genau, weil wir eigentlich unseren 30. Hochzeitstag feiern sollten, stattdessen haben wir hier ‚gebuggelt‘.“ 

Fazit

Man merkt, die beiden werden sich weiterhin mit Herzblut für die Verwendung von biologisch abbaubaren Kunststoffen einsetzen.

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