Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in Jenbach mit dem Schmieden von Sensen begonnen. Dies ist der Ursprung der Sensenschmiede, in deren sanierten Gebäuden Kinder- und Jugendbetreuungsstätten, Vereinsräumlichkeiten und ein Architekturbüro eingezogen sind. Letzteres ist ein puristisch gehaltener Quader, welcher sich in das Bestandsmauerwerk einbettet. 

kontraste

Für die neugebaute Aufstockung wurde eine Leichtbauweise aus Holzriegeln gewählt, um die Steinmauer aus der vergangenen Epoche nicht mehr zu belasten als nötig war. „Die Materialen wurden bewusst konträr gewählt um den Fokus auf den Unterschied zwischen Alt und Neu zu legen und zu thematisieren“, erzählt Christian Kotai, ein Teil des Architektenduos, das in der alten Schmiede seinen Platz gefunden hat.

Diese Differenzierung findet sich aber nicht nur in der Fassade wieder, sondern auch in der Raumgestaltung.
„Hier haben wir besonders Wert auf den Erhalt der dunklen Schlackesteinmauer gelegt, welche im Gegenspiel zu den hellen Brettsperrholzplatten steht“, ergänzt Armin Autengruber, der zweite Part des Duos und ausgebildete Passivhausplaner.
Der Erhalt und das Upcycling alter Gebäudeelemente zieht sich auch durch die Einrichtung.

„Einige Möbel haben wir selbst konzipiert und aus dem Holz des alten Dachstuhls hergestellt“.

raum für ideen

Das Büro erstreckt sich über drei Ebenen, die über einen Wintergarten erschlossen sind. Die Architekten brüten ihre Ideen im obersten Geschoß aus, in dem sich auch der Besprechungsbereich für die Kunden sowie eine Materialbibliothek befinden. „In der untersten Ebene reflektiert sich die Geschichte der Sensenproduktion. In den historischen Steingewölben haben wir eine kleine Bar, eine Küche und ein Kommunikationsraum integriert.

haustechnik im sinne von tirol 2050

Das als Passivhaus konzipierte Gebäude wird über solare Energiegewinne und eine Luftwärmepumpe konditioniert und eine Komfortlüftung sorgt für ein angenehmes Wohlfühlklima. Vor allem wegen des hervorragenden Energiekonzeptes hat die Jury des Tiroler Sanierungspreises das Gebäude mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Es wurde zudem im klimaaktiv GOLD Standard errichtet und trägt somit eine Plakette, welche das Gebäude als qualitativ hochwertig in der Planung und Ausführung, Konstruktion sowie im Komfort, der Raumluftqualität und der Energieeffizienz ausweist.

mit vorurteilen aufräumen

. „Mit unserem Bürogebäude haben wir ein Vorzeige-Passivhaus geschaffen und können unseren Kunden zeigen, dass Passivhäuser nicht nur in der Theorie funktionieren“, erklärt Kotai. Dasselbe gilt für Bedenken zu Hygiene, störender Geräuschbelästigung und Zugerscheinungen von Komfortlüftungsanlagen.

„Wir können mit Überzeugung sagen, dass wir dank der kontinuierlichen Versorgung mit frischer Außenluft, konzentrierter und gesünder arbeiten“.

mit herzblut dabei

„Wir versuchen unseren Kunden nachhaltiges Bauen mit ökologischen Materialien und energieeffizienten Systemen als das A und O zu vermitteln. Das können wir nur glaubhaft machen, wenn wir bei uns selbst anfangen“, meint Kotai. „Da stimme ich Christian zu und da ziehen wir auch alle gemeinsam an einem Strang. Neben den Energieeffizienzstandards des Gebäudes, versuchen wir auch den Büroalltag so nachhaltig wie möglich zu gestalten, wenig zu drucken, den Plastikkonsum so gut es geht zu reduzieren und eine strikte Mülltrennung einzuhalten“, so Autengruber.

mehr als arbeit

Das gute Wohnklima scheint sich jedenfalls auch auf die Stimmung im Büro auszuwirken. Man erkennt sofort, dass Teamgeist und Zusammenhalt hier ganz oben stehen. Das erleben wir spätestens als es auf einmal durch die Etagen schallt: „Essen ist fertig“. Ein paar Minuten später sitzen wir bereits am Tisch, der früher als Dachstuhl fungierte, und genießen österreichisches Rind mit Naturwildreis und Gemüse der Saison. Abwechselnd kochen die Mitarbeiter hier nämlich füreinander ein leckeres Mittagessen, und auch die Chefs schwingen regelmäßig den Kochlöffel. Dabei wird darauf geachtet, dass regionalen Lebensmitteln Vorrang gegeben wird.

„Es ist ein steiniger Weg, den wir gehen, aber es lohnt sich. Ökologisches, nachhaltiges Bauen ist bei den Leuten noch mit vielen Vorurteilen behaftet und einfach nicht richtig angekommen. Das Thema sollte stärker in den Medien platziert werden, um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren.“

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