Erdwärme optimal nutzen

Das Land Tirol und Tirol 2050 energieautonom veröffentlichen einen Leitfaden zum Bau und Betrieb von Erdwärmesonden


Über 2.000 Erdwärme-Wärmepumpen zum Heizen und Kühlen gibt es derzeit in Tirol – um fast ein Viertel mehr als noch vor drei Jahren. Doch die Effizienz bestehender Anlagen ist aufgrund von Ausführungsmängeln oft deutlich reduziert. Das hat eine von der Wasser Tirol im Auftrag des Landes durchgeführte Evaluierung bestehender Erdwärmesonden ergeben. Damit Erdwärme künftig optimal genutzt wird, hat das Land Tirol zur Qualitätssicherung einen Leitfaden zum Bau und Betrieb von Erdwärmesonden in Tirol herausgegeben.

„Unser Ziel sind technisch einwandfreie Anlagen mit einer höchstmöglichen Energieausbeute. Wer Erdwärme einsetzt, soll sich sicher sein können, dass die Anlagen perfekt funktionieren“, erklärt Energiereferent LHStv Josef Geisler. Im Idealfall lassen sich mittels Wärmepumpentechnologie mit einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme erzeugen. Bei der Energiegewinnung mittels Erdsonden werden Bohrungen bis in Tiefen von über 100 Metern durchgeführt.

Richtschnur für Bauherrn und Firmen

Der nunmehr vorliegende Leitfaden ist eine Richtschnur für ausführende Firmen und Bauherrn. „Er gibt Auskunft über die Verfahren zur Bewilligung, umreißt den Bauablauf zur Errichtung der Erdwärmesonden und gibt Bauherrn Tipps zur Eigenüberwachung“, fasst Leo Satzinger von der Landesabteilung Wasser-, Forst- und Energierecht zusammen. Die Leitlinien zur Qualitätssicherung wurden von der Wasser Tirol in enger Zusammenarbeit mit BehördenvertreterInnen sowie planenden und bauausführenden Firmen erstellt.

BetreiberInnen von Erdwärmeanlagen empfiehlt Rupert Ebenbichler von der Wasser Tirol im Rahmen der Qualitätssicherung die Installation von Strom- und Wärmemengenzählern: „So kann man jederzeit kontrollieren, ob die Anlage richtig funktioniert, was sich auch in niedrigen Heizkosten ausdrückt.“ Für das Bohrpersonal gibt es ein umfassendes Schulungsprogramm. 

Umweltwärme ist Teil der Energiestrategie

Etwa sieben Prozent des gesamten Energiebedarfs sollen bis zum Jahr 2050 aus Umweltwärme gewonnen werden. Derzeit beträgt der Anteil der Umweltwärme ein Prozent. „Wollen wir das Ziel der Energieunabhängigkeit bis zum Jahr 2050 erreichen, müssen wir jede Möglichkeit der Energiegewinnung aus heimischen, erneuerbaren Ressourcen bestmöglich nutzen“, so Geisler. Im Bereich der Umweltwärme gehört dazu die Energiegewinnung aus dem Boden, der Luft und dem Grundwasser.

Bezirk Kitzbühel ist Erdwärme-Spitzenreiter

Was die Nutzung der Erdwärme mittels Wärmepumpen anlangt, so hat der Bezirk Kitzbühel mit über 500 bestehenden Anlagen in Tirol derzeit die Nase vorn. Das ist rund ein Viertel aller Tiroler Erdwärmeanlagen. Den zweiten und dritten Platt belegen die Bezirke Innsbruck-Land und Kufstein auf. Mehr als 300 Erdwärmesonden sind derzeit in Tirol projektiert. „Das heißt, der Ausbau dieser Technologie schreitet zügig voran. Eine umfassende Qualitätssicherung ist sowohl im Sinne aller Beteiligten als auch unserer energiepolitischen Ziele“, so LHStv Josef Geisler abschließend.

Foto: Land Tirol/Entstrasser-Mülller; Abdruck honorarfrei

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