So fährt TIROL 2050

Am 30.11 lud das Team von „So fährt Tirol 2050“ zum ersten Netzwerktreffen in die SWARCO Traffic World nach Wattens ein. Im permanenten Schauraum des Verkehrstechnologie-Konzerns konnten sich 80 Teilnehmer über die zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität informieren.


Die Projektträger Energie Tirol und die Standortagentur Management GmbH hatten Experten auf politischer Landes- und Bundesebene sowie Firmenvertreter als Referenten eingeladen. Diese berichteten über ihre Erfahrungen in einem sich zunehmend dynamischer entwickelnden Elektromobilitätsmarkt.

Einigkeit herrschte unter den Experten wie Teilnehmern, dass die Elektromobilität an Fahrt gewinnt. Auch wenn die Zahl der reinen E-Fahrzeuge derzeit noch relativ gering ist und die beteiligten Experten eher einen moderaten Anstieg auf ca. 3- 4 Prozent im Jahr 2020 sehen, war man sich einig, dass dieser Markt vor allem ab 2020 eine rasante Entwicklung nehmen wird. Bereits 2025 soll jedes fünfte neu zugelassene Fahrzeug in der EU ein Elektrofahrzeug sein.

Dass dieser Zuwachs nicht nur Potentiale birgt sondern in vielen Bereichen ein Umdenken und aktive Begleitung erfordert, verdeutlichte DI Bruno Oberhuber von Energie Tirol: „Um das Ziel der Energieautonomie bis 2050 zu erreichen, müssen Maßnahmen gesetzt werden, die die CO2 Belastungen durch den Straßenverkehr reduzieren. Dabei spielt neben der Elektromobilität jedoch vor allem eine Veränderung unseres Mobilitätsverhaltens eine wichtige Rolle“.

Von den aktuellen Förderungen im Rahmen des E-Mobilitätspaketes von bmvit und BMFLUW berichtete Frau Henrietta Spyra BA, MA, Leiterin der Stabsstelle Mobilitätswende & Dekarbonisierung im bmvit.  Bund und Automobilindustrie werden von 2017 bis 2018 insgesamt 72 Mio. € für die Elektromobilität in Österreich ausschütten, so erhalten u.a. Privatpersonen 4.000 €, wenn sie ein Elektroauto oder ein Auto mit Brennstoffzelle kaufen. Gerald Miklin vom Amt der Kärntner Landesregierung führte aus, dass neben Förderungen auch die Errichtung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur sowie umfassende Beratung beim Einsatz dieser Technologie wichtige Voraussetzungen zur Verbreitung der Elektromobilität wären, um auch nachhaltige Mobilitätslösungen zu forcieren.

Der zweite Teil der Veranstaltung konzentrierte sich auf die unternehmerische Sicht und die technischen Herausforderungen, mit denen sich Betriebe zurzeit beschäftigen. DI (FH) DI Dr. Michael Hirschbichler vom Bundesverband Elektromobilität Österreich zerstreute die Bedenken, dass nicht genügend Strom produziert werden könne, um für einen Anstieg der Elektromobilität gerüstet zu sein. Vielmehr sei an der Netzverfügbarkeit zu arbeiten wobei hier Lösungen durch smart grid Technologien in Aussicht sind. Aktuell wird die Vernetzung der verschiedenen Ladesäulenanbieter forciert, die ein Roaming ab 2017 ermöglichen wird.

Ebenfalls innovative Lösungen seien gefordert, wenn es darum geht, die notwendigen Bestandteile eines Akkus und hier vor allem die notwendigen Materialen Graphit, Lithium und Kobalt in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Dr. Martin Ebner, CEO von Battrion/ETH Zürich, stellte mit Battrion ein junges Unternehmen vor, das ein Fertigungsverfahren für Lithium-Ionen-Batterien entwickelte, welches eine nachhaltige und effiziente Nutzung des Materials Graphit erlaubt. Die Lebensdauer der Zellen wird gesteigert, um damit zur Kostensenkung bei der Batterieherstellung beizutragen.

Den neuen Gestaltungsfreiraum, den der Elektroantrieb für die Produktentwicklung und das Design neuer Fahrzeuge bringt, strich abschließend Alois Bauer von Mattro Mobility Revolutions aus Schwaz hervor. Besondere Chancen sieht Bauer für neue Materialien und eine individualisierte Produktion.  Das Kreativität und Innovationsgeist auch im Design zukünftiger Autos, die nicht mehr rund um den Verbrennungsmotor, konzipiert werden müssen, eine große Spielwiese sein können, konnte DI (FH) Alois Bauer in seinem Vortrag eindrücklich vermitteln.

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