Städte der Zukunft

Bürgermeister von zehn europäischen Städten haben in einem offenen Brief gemeinsam null CO2 Emissionen in der EU bis 2050 gefordert. Auch Innsbruck orientiert sich bereits an den TIROL 2050 Zielen.

 

„Wir fordern die Europäische Kommission auf, die 1,5°C- und Null-CO2-Emissionsziele des Pariser Abkommens als Ziele dieser Strategie festzulegen,“ schreiben die Stadtoberhäupter in einem Anfang Juli veröffentlichten offenen Brief an die EU-Exekutive.

Unterzeichner des offenen Briefes sind die Oberbürgermeister der Großstädte Paris, Bonn, Stockholm, Kopenhagen, Mailand, London und Barcelona. Kleinere Städte wie Heidelberg, Arendal (Norwegen) und Turku (Finnland) haben ebenfalls unterschrieben.

„Angesichts des besorgniserregenden Anstiegs der EU-Emissionen im Jahr 2017 haben wir beschlossen, unsere Ambitionen zu verstärken und uns verpflichtet, bis 2050 emissionsneutral zu werden,“ schreiben die Bürgermeister in dem Brief.

Auch in Innsbruck wurde dieser Beschluss bereits getroffen. Basierend auf Ist-Zustands-Daten von 2009 und 2015 wurden Szenarien für mögliche Entwicklungen des Energieverbrauchs in Innsbruck bis 2050 modelliert. Das Ziel-Szenario orientiert sich an der Landesstrategie und strebt die Energieautonomie bis 2050 an.

Der Beschluss des Innsbrucker Stadtsenats zur Verfolgung des Ziel-Szenarios wurde im Dezember 2017 unter der Voraussetzung getroffen, dass von Seiten des Landes Tirol die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen für dessen Umsetzung geschaffen werden. Innsbruck ist auch Teil des Netzwerkes "Local Governments for Sustainability" ICLEI, in dem weltweit 1500 Städte organisiert sind. 

Die Gruppe ist Teil einer breiteren Koalition von 9.000 Städten weltweit, die sich verpflichtet haben, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren und Anpassungsstrategien zu entwickeln, um den Auswirkungen des Klimawandels – wie Hitzewellen und Überschwemmungen – zu begegnen.

Der offene Brief an die Kommission erfolgt nur wenige Wochen, nachdem die EU-Gesetzgeber neue Ziele für Energieeffizienz und erneuerbare Energien für 2030 vereinbart hatten. Durch diese Einigung wurden die von der EU im Rahmen des Pariser Abkommens zugesagten CO2-Ziele noch einmal erhöht.

Die bisherigen CO2-Ziele sind „überholt“

Der aktuell bestehende Fahrplan der EU für eine kohlenstoffarme Wirtschaft im Jahr 2050 wurde bereits 2011 veröffentlicht, also bevor der Block das Pariser Abkommen unterzeichnete. Im Klimaabkommen werden die Unterzeichner verpflichtet, die globale Erwärmung „deutlich unter 2°C“ zu halten und „nicht mehr als 1,5°C“ anzustreben.

Die Europäische Kommission wird nun voraussichtlich im November eine aktualisierte Fassung vorlegen – kurz vor der jährlichen Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die in diesem Jahr im polnischen Kattowitz stattfindet.

„Die Wirtschaftlichkeit von Klimalösungen hat sich seit 2011 verändert,“ betonte Jonathan Gaventa, Direktor des Think Tanks E3G. „Technologien wie Photovoltaik und Onshore-Wind sind heute schon billiger, als die Kommission für das Jahr 2050 angenommen hatte,“ sagte er und fügte hinzu, das Ziel der EU, die Emissionen bis 2050 um 80 Prozent zu senken, sei inzwischen „eindeutig überholt“.

Günstiges Klima für den Kampf gegen den Klimawandel

Die Impulse und der Handlungswille für das Ziel, Netto-Null-Emissionen im Jahr 2050 zu erreichen, scheinen derweil zu steigen. Im Juni forderte eine Gruppe von 14 EU-Mitgliedstaaten die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass die neue Strategie für 2050 sowohl einen Weg zur Verringerung der Emissionen in Richtung Netto-Null als auch mögliche Strategien zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C enthält.

„Diese neue Strategie sollte sich auf den neuesten Stand der Wissenschaft stützen, insbesondere auf den nächsten IPCC-Sonderbericht über das 1,5-Grad-Ziel,“ der im Herbst vor der COP24 in Polen erwartet wird, so die Gruppe der EU-Länder in einer gemeinsamen Erklärung.

Auch die zehn europäischen Bürgermeister unterstrichen, sie seien bereit, ihren Beitrag zu leisten und einen „fairen Anteil“ an der Verantwortung zu übernehmen.

Die Unterzeichner erinnerten: „Städte in Europa sind große Treibhausgasemittenten. Und unsere Bewohner sind bereits von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, darunter Überschwemmungen in Paris, London oder Kopenhagen, extreme Wetterereignisse in Oslo und Stockholm sowie Hitzewellen in Mailand und Barcelona.“

Sie schlossen: „Wir hoffen, dass dieser Brief Sie anspornt, Ihren Ehrgeiz aufrechtzuerhalten, und Ihnen die Gewissheit gibt, dass die Emissionsneutralität bis Mitte des Jahrhunderts nicht nur notwendig und wünschenswert ist, sondern auch erreichbar.“

 

 

Quellen:

Website Euraktiv: "Europäische Bürgermeister fordern Null CO2 Emisionen" /Website C40 Cities/ Website Stadt Innsbruck, abgerufen am 17.07.2018

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