Sonnenstrom für die LLA Rotholz

Wie es aussieht, wenn man die Energieautonomie beim Wort nimmt? Die LLA Rotholz zeigt's: Mit ihrer fünften PV-Anlage bezieht sie bald 95% des Energieverbrauchs erneuerbar

TIROL 2050 energieautonom -LLA Rotholz installiert fünfte PV-Anlage

Die Landwirtschaftliche Lehranstalt (LLA) Rotholz hat den Weg in eine erneuerbare Energiezukunft bereits vor Jahren eingeschlagen. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 wird auf dem Areal die bereits fünfte Photovoltaik-Anlage errichtet. Mit einer Leistung von ca. 100 KWp und einer Fläche von 560 Quadratmetern wird sie die bislang größte PV-Anlage auf dem Areal. Ist sie fertig, werden rund 20 Prozent des Strombedarfs der LLA aus Sonnenenergie gedeckt.

„Bis zum Jahr 2050 will Tirol unabhängig von Öl und Gas werden und sich selbst mit erneuerbarer Energie aus heimischen Ressourcen versorgen. Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen wir sämtliche im Land vorhandenen Ressourcen nutzen und auch massiv auf Sonnenenergie setzen. Eine Schule zeigt vor, wie es geht. In Summe deckt die LLA Rotholz 95 Prozent ihres Gesamtenergiebedarfs aus erneuerbaren Energieträgern“, sieht Energie- und Landwirtschaftsreferent LHStv Josef Geisler die landeseigene Schule einmal mehr als Vorreiter der Energieautonomie. Betrug der Anteil fossiler Energieträger vor zehn Jahren über 75 Prozent, sind es heute nur mehr fünf Prozent. Lediglich die Treibstoffe für die Fahrzeuge sind noch fossilen Ursprungs.

Schule zeigt, wie es geht

2010 wurde die erste PV-Anlage am Dach des Schweinestalls der LLA Rotholz errichtet. In den darauffolgenden Jahren folgten PV-Anlagen auf den Dächern der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft, des Kälberstalls und zuletzt 2016 auf dem Dach der Turnhalle. Nun folgt die mit 100 kWp bisher größte Anlage auf dem Dach des Schülerheims. Die Vorkehrungen für die Installation wurden im Zuge der Renovierung im Jahr 2016 getroffen. Durch die neue PV-Anlage können rund sieben Prozent des Energiebedarfs an elektrischer Energie abgedeckt werden.

Energieeffizienz rechnet sich

„Wir sind bemüht, auf dem Energieweg mit positivem Beispiel voranzugehen. Ist diese fünfte PV-Anlage fertig, produzieren wir jährlich rund 190.000 Kilowattstunden Sonnenstrom“, erklärt Direktor Josef Norz. Nimmt man die Stromproduktion aus dem schuleigenen Kleinwasserkraftwerk und den PV-Anlagen zusammen, erzeugt die LLA Rotholz fast ein Drittel ihres Stromverbrauchs selbst. Die Kosten für die neue PV-Anlage trägt die Schule übrigens selbst. „Durch die bisherigen Energiesparmaßnahmen und den Wechsel von Energieträgern sparen wir uns jährlich rund 15.000 Euro an Energiekosten“, rechnet Norz vor.

Der Gesamtenergiebedarf am Standort ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel gesunken. In der Wärmeversorgung setzt die LLA auf Biomasse und bezieht Nahwärme vom Biomasseheizwerk der Bioenergie Tirol. Damit konnten bereits 400.000 Liter Heizöl eingespart werden.

Zahlen, Daten, Fakten

2003   Sanierung schuleigenes Kleinwasserkraftwerk
2008   Übertragung der Wärmeversorgung an die Bioenergie Tirol (Einsparung 400.000 Liter Heizöl)
2010   PV-Anlage Dach Schweinestall 5 KWp
2012   PV-Anlage Fachschule für ländliche Hauswirtschaft 20 KWp
2015   PV-Anlage Kälberstall 50 KWp
2016  PV-Anlage Turnhalle 25 KWp
2020 PV-Anlage Schülerwohnheim  100 KWp

Fotocredit: Land Tirol.

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