VCÖ: Vogelzwitschern statt Lärm auf Autobahnen

A13 und A12 sind Österreichs Autobahnen mit stärkstem Verkehrsrückgang im März - Mit Klima-Infrastrukturpaket Verkehrslawinen vermeiden und Konjunktur beleben

Brennerautobahn und Inntalautobahn nicht wiederzuerkennen

Die Maßnahmen infolge der COVID-19 Pandemie haben zu einem historischen Verkehrsrückgang auf Österreichs Straßen geführt. Eine aktuelle VCÖ-Analyse von 248 Zählstellen der Asfinag zeigt, dass im März im Schnitt um 39 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs waren als im März des Vorjahres. An Werktagen nahm der Verkehr im Schnitt um 36 Prozent ab, an den Wochenenden sogar um 48 Prozent.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es auf der A13 Brennerautobahn den stärksten Rückgang mit 58 Prozent gab. An den Werktagen waren um heurigen März um 50 Prozent weniger Fahrzeuge unterwegs, an den Wochenenden sogar um 73 Prozent weniger. Auch auf der A12 Inntalautobahn ging der Verkehr am Wochenende mit 57 Prozent stärker zurück als zwischen Montag und Freitag mit 42 Prozent, informiert der VCÖ. 

Vogelgezwitscher statt Lärm, die Gesundheit dankt

Der Verkehrsrückgang führte zu weniger Lärm, weniger Abgasen und weniger Staus. Deutlich weniger Transit-Lkw donnerten durch Tirol. Anrainerinnen und Anrainer berichteten, dass sie statt Verkehrslärm Vogelgezwitscher hörten. Die Daten des Umweltbundesamts zeigten, dass sie gesundheitsschädliche Stickoxidbelastung entlang der Autobahn deutlich zurückging. "Die Politik ist zum Schutz der Gesundheit der Anrainerinnen und Anrainer gefordert, rasch Maßnahmen zu setzen, damit es nach dem Neustart nicht zu den gleichen Verkehrslawinen kommt wie vor der Coronakrise", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Tiefgreifende Maßnahmen als Konjunkturmotor

Mehr Homeoffice oder Videokonferenzen statt Dienstreisen reichen nicht aus, um die Verkehrsbelastung auf ein gesundheitlich erträgliches Maß zu beschränken. "Es braucht eine viel stärkere Verlagerung des Verkehrs auf Bahn und Bus. Deshalb ist es wichtig, dass der Öffentliche Verkehr sein Angebot rasch wieder hochfährt", stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Darüber hinaus ist die Infrastrukturpolitik endlich in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. "Jede fünfte der 201 Städte ist nicht mit der Bahn erreichbar. Im Unterschied zu vielen europäischen Städten haben Österreichs Ballungsräumen keine Rad-Highways. Und der ländliche Raum braucht statt neuer Autobahnen viel dringender ein leistungsfähiges digitales Netz", stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

Daten der ASFINAG sprechen für sich
(Änderung Kfz-Verkehr März 2020 zu März 2019)

> A13 Brennerautobahn: minus 58 Prozent

> S16 Arlberg Schnellstraße: minus 53 Prozent

> A6 Nordostautobahn: minus 49 Prozent

> A12 Inntalautobahn: minus 47 Prozent

> A4 Ostautobahn: minus 43 Prozent

> S33 Kremser Schnellstraße: minus 43 Prozent

> A10 Tauernautobahn: minus 42 Prozent

> A14 Rheintalautobahn: minus 41 Prozent

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