Imst ist Tirols E-Autovorreiter

Landesweit hat der Anteil der E-Pkw mit 4,5 Prozent eine neue Rekordhöhe erreicht, so der VCÖ. Die Klimabilanz ist von E-Pkw ist deutlich besser als jene von Diesel und Benzin.

 

Der Bezirk Imst ist mit einem Anteil von 6,8 Prozent an den Neuwagen Tirols Elektroauto-Spitzenreiter, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Landesweit stieg der Anteil neuzugelassener E-Pkw mit 4,5 Prozent auf eine neue Rekordhöhe. Der VCÖ weist darauf hin, dass ein Erreichen der Klimaziele nur mit einem rascheren Ausstieg aus Diesel und Benzin erreichbar sind. Eine Verschrottungsprämie für Verbrenner-Pkw wäre kontraproduktiv und würde die notwenige Energiewende behindern.

Imst ist vorne, Reutte derzeit Schlusslicht
Mehr als 3.100 Pkw mit Tiroler Kennzeichen fahren ausschließlich mit Strom, berichtet der VCÖ. Beim Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen gibt es in Tirol große Unterschiede zwischen den Bezirken, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Am niedrigsten ist der Anteil im Bezirk Reutte, wo 1,1 Prozent der heuer neuzugelassenen Pkw Elektroautos waren, am höchsten war der Anteil im Bezirk Imst mit 6,8 Prozent. Es folgen die Bezirke Lienz (5,7 Prozent), Kitzbühel und Landeck (jeweils 5,4 Prozent), die Landeshauptstadt Innsbruck (5,3 Prozent) und der Bezirk Kufstein (5,2 Prozent). Der VCÖ weist darauf hin, dass landesweit der Anteil der E-Pkw mit 4,5 Prozent eine neue Rekordhöhe erreicht hat, im gesamten Vorjahr waren es nur 2,9 Prozent.

Bequem E-Auto fahren, Klima schonen, Luft reinhalten
"E-Pkw sind für Österreich besonders gut geeignet. Statt von Ölimporten abhängig zu sein, kann Österreich den Strom aus heimischer Wasserkraft, Wind- oder Sonnenenergie selber herstellen", betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Wer Strom aus erneuerbarer Energie tankt, reduziert die CO2-Emissionen durch das Autofahren im Vergleich zu einem durchschnittlichen Diesel- oder Benzin-Pkw um rund 75 Prozent. Während ein E-Pkw, der mit Ökostrom fährt, laut Umweltbundesamt inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung 59 Gramm CO2 pro Fahrzeugkilometer verursacht, sind es bei einem Pkw mit Diesel- oder Benzinmotor mit 248 Gramm pro Kilometer rund viermal so hohe klimaschädliche Emissionen.

"Wir können die Klimaziele im Verkehr nur erreichen, wenn der Anteil von Diesel- und Benzin-Pkw rascher als bisher sinkt", stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Der Ausstieg aus klimaschädlicher, fossiler Energie ist auch im Verkehr zu beschleunigen. Kaufprämien für Diesel- oder Benzin-Pkw würden den nötigen Umstieg behindern und bremsen. Auch deshalb ist einer Verschrottungsprämie für Verbrenner eine klare Absage zu erteilen, betont der VCÖ.

"Die Lage ist ernst. Die zunehmende Klimakrise verursacht auch in Österreich bereits große Schäden. Landwirte fürchten wegen der Dürre um ihre Ernte, es hat heuer in Ösetrreich bereits im Frühjahr Waldbrände gegeben", drängt VCÖ-Experte Schwendinger auf verstärkte Klimaschutz-Maßnahmen. Für den Verkehrsbereich heißt das konkret: Lkw-Verkehr reduzieren, mehr Güter auf die Bahn verlagern. Und in der Personenmobilität ist es sehr wichtig, den Anteil, der zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem Öffentlichen Verkehr zurückgelegten Wege stark zu erhöhen, betont der VCÖ.

Mobilitätspreis geht in die nächste Runde
Zudem ruft der VCÖ zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis Tirol auf. Gesucht sind Projekte, Konzepte und Ideen, die den Verkehr auf Klimakurs beringen. Der VCÖ-Mobilitätspreis Tirol wird in Kooperation mit dem Land Tirol und den ÖBB durchgeführt - Informationen und Einreichunterlagen unter dem Link unten.

VCÖ: Bezirk Imst ist Tirols Spitzenreiter bei E-Pkw
(Anteil E-Pkw bei Pkw-Neuzulassungen, in Klammer Anzahl, jeweils Jänner - April 2020)

> Bezirk Imst: 6,8 Prozent (30)
> Bezirk Lienz: 5,7 Prozent (15)
> Bezirk Kitzbühel: 5,4 Prozent (26)
> Bezirk Landeck: 5,4 Prozent (13)
> Innsbruck: 5,3 Prozent (57)
> Bezirk Kufstein: 5,2 Prozent (47)
> Bezirk Schwaz: 4,1 Prozent (25)
> Bezirk Innsbruck Land: 3,9 Prozent (40)
> Bezirk Reutte: 1,3 Prozent (11)
> Tirol: 4,5 Prozent (264)

Quelle: Datafact, VCÖ 2020

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