Gemeinsam ein grosses Ziel erreichen

STREFOWA

Schwaz

Tirol ist Partner eines grenzübergreifenden Projekts, das sich für die Vermeidung und Verminderung von Lebensmittelabfällen einsetzt. Um das Problem ganzheitlich zu behandeln wird die gesamte Wertschöpfungskette einbezogen. Von der Landwirtschaft, über den Handel und die Gastronomie bis hin zur Abfallwirtschaft werden alle Sektoren genau unter die Lupe genommen, wo Lebensmittel produziert, vertrieben, verkauft oder verwertet werden. Im zentraleuropäischen Raum wird grenzübergreifend ein intensiver Austausch betrieben, um bereits praktisch erprobte Ansätze zu verbreiten. Gemeinsam werden aber auch neue Ideen entwickelt und erstmalig umgesetzt. Unser großes Ziel ist es, die Lebensmittelabfälle zu reduzieren, um so die ökologischen und ökonomischen Folgen, die jedeN betreffen, zu reduzieren.
Initiatoren
organisationen
ATM GmbH
projektbeteiligte
ABF BOKU (AT) – Institut für Abfallwirtschaft, Universität für Bodenkultur
Sqare Bracket (AT)
Glopolis P.S.C. (CZ)
Lamoro (IT)
Province of Rimini (IT)
WUELS (PL) – Wroclaw University of Enviromental and Life Sciences
Federation of Polish Food Banks (PL)
Bay Zoltan Non-Profit LTD for applied research (HU)
Fakten
Die Mission: Lebensmittelverschwendung in Europa reduzieren ____________________

Lebensmittel wegzuwerfen wirkt sich auf verschiedenen Ebenen aus: Augenscheinlich sind das die ethisch-soziale Komponente (das Wegwerfen von Lebensmitteln, die andere Menschen noch nutzen könnten), sowie die wirtschaftlichen Konsequenzen (die Lebensmittel wurden schließlich irgendwann gekauft). Doch auch die Umweltrelevanz von Lebensmittelabfällen darf nicht vernachlässigt werden (eine unsachgemäße Entsorgung verursacht beispielsweise zusätzliche Treibhausgasemissionen).

In diesem Central Europe Projekt arbeiten 9 Partner aus 5 Ländern (Italien, Österreich, Polen, Tschechische Republik und Ungarn) über einen Zeitraum von 3 Jahren gemeinsam daran, das Lebensmittelabfallmanagement (Vermeidung und Verwertung) in ausgewählten Städten Mitteleuropas zu verbessern und dadurch vor allem zur Vermeidung negativer Umweltauswirkungen beizutragen.

Aufbauend auf vorangegangen EU Projekten zu Lebensmittelabfällen zielt dieses Projekt darauf ab, einen Überblick über relevante Fakten sowie Best-Practice Beispiele und Initiativen zu Lebensmittelabfallvermeidung in Europa zu geben und in acht ausgewählten Städten identifizierte Strategien und mögliche neue Praktiken als Pilotaktionen umzusetzen.

Gebündelt wird das vorhandene Wissen online, abrufbar unter www.reducefoodwaste.eu, das nützliche Tipps und Strategien maßgeschneidert für die Bedürfnisse aller Stakeholder entlang der gesamten Wertschöpfungskette bereitstellt.





Die Umsetzung in Tirol ___________________________________

In Tirol werden zwei der 16 Pilotaktionen erprobt und durchgeführt. Die Erkenntnisse werden u.a. in Fortbildungsprogrammen in der Landwirtschaft genutzt, die ebenfalls von der ATM entwickelt und durchgeführt werden.



1. Pilotprojekt Übergemüse*:

In Österreich gibt es eine gute landwirtschaftliche Versorgung, Obst und Gemüse wird in einer sehr guten Qualität erzeugt. Jedoch wird nicht die gesamte Erntemenge genutzt, die für die menschliche Ernährung nutzbar wäre. Die Auswirkungen dieses Umgangs mit unserem Essen sind ökologisch, ökonomisch wie auch sozial zu spüren und gesellschaftlich nicht akzeptabel.

Im Rahmen des Projekts Übergemüse* wollen wir auf den derzeit unbeachteten Anteil der Produktion und Ernte aufmerksam und diesen für die menschliche Ernährung nutzbar machen. Indem er gegessen wird, werden die vermeidbaren Lebensmittelabfälle in der Landwirtschaft reduziert.


Definition Übergemüse* (*Arbeitstitel):
Übergemüse* ist (vorwiegend) heimisch produziertes, einwandfreies Gemüse (wenn vorhanden auch Obst), das nicht den Marktanforderungen entspricht oder kurzfristig im Überschuss verfügbar ist und deswegen ungenutzt entsorgt wird.


Projektablauf
Die Pilot Aktion stützt sich auf eine Machbarkeitsstudie, die die Potentiale und Bedürfnisse beteiligter Sektoren (wie Landwirtschaft, Handel, Gastronomie) bezüglich nicht genutzten Gemüses im Umfeld von Innsbruck erhoben hat. Es hat sich gezeigt, dass nicht genutztes Gemüse vorhanden ist und Interesse besteht, dieses zu vermarkten wie auch zu beziehen und zu verarbeiten. Darauf aufbauend wurde eine Idee ausgearbeitet und praktisch umgesetzt – weitere Ideen sind in der Entwicklung.


Das Projekt Übergemüse* bedeutet derzeit, dass:
• wöchentlich eine Sortimentsliste von nicht verkauften, aber einwandfreiem Gemüse erstellt wird. Die Produkte werden von mehreren Landwirten angeboten.
• Diese Sortimentsliste wird per Mail versandt. Das gesamte Bestell- und Lieferwesen wird von einem Gemüsehändler bedient.
• Großküchen, Gastronomen können regelmäßig das Sortiment beziehen und in ihren Küchen verarbeiten.



2. Demo-Projekt ENARA

Trotz der getrennten Erfassung von Bioabfällen landen dennoch beträchtliche Mengen an biogenen Abfällen wie z.B. Speisereste im Restmüll (durchschnittlich 20% in Tirol). Dieser organische Anteil findet sich somit auch in der mechanischen Sortieranlage im Ahrental, in welcher der Restmüll der Bezirke IL, SZ und Innsbruck verarbeitet wird.

„Energetische Nutzung der biogenen Anteile im Restmüll in Abwasserreinigungsanlagen“, so lautet der Titel der im Jänner angelaufenen Machbarkeitsstudie, die von Seiten des Landes Tirol mitfinanziert wird, und die Grundlage für das Demonstrationsprojekt innerhalb von STREFOWA dient. Ziel des neuartigen Verfahrens ist es, die organische Fraktion aus dem Restmüll herauszulösen und diesen in Abwasserreinigungsanlagen als Co-Substrat zur Biogaserzeugung nutzbar zu machen.

Wird es später möglich dieses Verfahren im großtechnischen Maßstab umzusetzen, kann damit ein bedeutender Beitrag zur Strategie „Tirol 2050 energieautonom“ geleistet werden. Aus ersten Berechnungen ließen sich aus der im Recyclingzentrum Ahrental vorhandenen Menge biogener Substanz 4 Mio Nm3 Biogas erschließen. Diese zusätzliche Energiemenge könnte zum einen in Kläranlagen zur Deckung des Eigenenergiebedarfs oder zum anderen zur Einspeisung in regionale Netze genutzt werden. Durch die regionale Verwertung würden die Wertschöpfung in Tirol erhöht aber auch das Verkehrsaufkommen im Vergleich zur bisherigen Verbringung massiv reduziert werden.




STREFOWA wird im Programm Central Europe durchgeführt und aus dem Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ko-finanziert. Weitere Unterstützung erfolgt durch das Amt der Tiroler Landesregierung sowie durch die Verpackungs-Koordinierungsstelle (VKS).
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