Innsbrucker Immobilien Gesellschaft

Mutausbruch

Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft, kurz und besser bekannt als IIG, sieht sich als Immobilienunternehmen der Stadt neben einer ökonomischen ebenso in einer gesellschaftlichen Verantwortung.

„Wir schaffen, erhalten und verwalten Lebensraum und prägen unsere Umwelt für aktuelle und auch folgende Generationen“, weiß Franz Danler, Geschäftsführer der IIG.

Erschienen: 2022 / Lesedauer: 3 Minuten / ERFAHRE HIER MEHR ÜBER nachhaltige Gebäude

Mit rund 150 Mitarbeiter:innen verwaltet die IIG rund 6.000 Wohnungen in Innsbruck. Zusätzlich finden sich Senior:innenwohnheime, Sport- und Kulturstätten (z.B. Kletterhalle, Haus der Musik), Schrebergärten und Bildungseinrichtungen im Portfolio. Etwa 300 Wohneinheiten werden jährlich saniert. Die Kernleistungen werden dabei primär durch eigenes Personal abgedeckt, wodurch umfangreiches Know-how im eigenen Haus beheimatet ist.

Mensch, Umwelt, Technik

Die IIG zeichnet sich auch dadurch aus, dass von Mitarbeiter:innen eingebrachte Klimaschutz-Maßnahmen vom Unternehmen gewünscht, aufgenommen und wenn möglich umgesetzt werden. „Zudem haben wir mit dem Bereich MUT (Mensch, Umwelt, Technik) und dem Bereich CSR | Nachhaltigkeitsmanagement entsprechende Personalressourcen und Strukturen geschaffen, um uns den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz ganzheitlich widmen zu können“, freut sich Hannes Gstrein, langjähriger Leiter des Bereichs MUT.

Kletterhalle Sillside_IIG

CO2-Fußabdruck

Um die Emissionen in diesem Bereich so gering wie möglich zu halten, werden Neubauten im Passivhaus-Standard und Sanierungen im EnerPHit-Standard umgesetzt und wo immer möglich erneuerbare Energieträger eingesetzt. „Wir führen heuer ein Projekt durch in dem erstmals für das gesamte Immobilienportfolio sowie den Betriebsstandort die CO2-Bilanz erstellt wird“, erzählt Danler.

Jene Emissionen die trotz Effizienzmaßnahmen nicht komplett vermieden werden können, werden zukünftig über einen freiwillig eingerichteten Klimafonds entsprechend kompensiert. Zur Verfügung stehen dafür ab dem nächsten Jahr 500.000 €. Mithilfe externer Unterstützung wird derzeit erarbeitet wie die Mittel rechtlich einwandfrei und trotzdem zielgerichtet eingesetzt werden können.

Aller Voraussicht nach werden die Maßnahmen dabei von der Finanzierung individueller Projekte wie Plusenergiequartiere bis hin zu klassischen Schritten zur CO2-Senkung wie der Anpflanzung von Bäumen reichen.

Hannes Gstrein

Von der Sonne geküsst

Neben der Einsparung von Ressourcen, soll auch erneuerbare Energie produziert werden. Jährlich budgetiert die IIG eine Million Euro in Photovoltaik-Anlagen und ist in der Zwischenzeit der größte Inhaber von PV-Anlagen in Innsbruck. In den vergangenen zwei Jahren wurden ganze 9.000 m² PV- Anlagen installiert. Damit erzeugt die IIG 1,6 GWh sauberen Strom pro Jahr und deckt 15 % des eigenen Bedarfs. „Schön sind natürlich Projekte wie die Anlage auf der Markthalle, wo der Strombedarf fast vollständig selbst gedeckt werden kann. Aktuell entsteht unsere größte Anlage aber auf einem Gebäude mit einem sehr geringen Strombedarf, nämlich der Reitsportanlage in Igls. Hier hoffen wir natürlich sehr auf die Regelungen im EAG hinsichtlich Energiegemeinschaften, um den Überschussstrom im nächsten Umfeld so effizient wie möglich verteilen zu können“, erzählt Danler.

Elektrifiziert in die Zukunft

Auch für die Mobilität gibt es ein nachhaltiges Konzept mit dem Ziel alle Dienstwege bis 2025 CO2-neutral zu absolvieren und die fossil zurückgelegten Arbeitswege bis dahin zu halbieren.

„Derzeit werden 50 % der Firmenflotte elektrisch betrieben und E-Bikes zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter:innen können die Fahrzeuge dank eines Sharing-Modells auch außerhalb der Arbeitszeit nutzen“, freut sich Leandra Jänicke, CSR- und Nachhaltigkeitsmanagerin bei der IIG.

Darüber hinaus wurden zur Erreichung der Klimaziele im Bereich Mobilität bereits umfassende weitere Maßnahmen gesetzt z.B. die Einführung von JobTickets, die Modernisierung der Radabstellanlage, die Schaffung von Dusch- und Umkleidemöglichkeiten, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, die Errichtung von Ladeinfrastruktur oder der Kauf von Dienstfahrrädern. Auch bei Bauprojekten wird die nachhaltige Mobilität immer mitgedacht. 

„Hier versuchen wir die zukünftigen Anforderungen bereits bei der Planung bestmöglich zu berücksichtigen und auf die Bedürfnisse unserer Nutzer:innen einzugehen. Letztendlich hoffen wir natürlich, dass sie die Angebote dann entsprechend annehmen und nutzen.“

Zukunftsmusik Kreislaufwirtschaft

Der Kreislaufgedanke steht in der Bauwirtschaft noch am Anfang, zum Teil fehlen Strukturen und rechtliche Rahmenbedingungen. Aber das Potenzial ist enorm und punktuell versucht sich die IIG auch schon an kleineren Projekten und arbeitet mit gemeinnützigen Vereinen zusammen, um nicht mehr benötigte, aber noch funktionsfähige Gegenstände karitativen Zwecken zuzuführen. 

„Sanierung, Adaptierung und Weiternutzung sind im Gebäudebereich jedenfalls die Schlagworte der Stunde“, sind sich alle einig.

Leuchtturmprojekt

Absolutes Vorzeigeprojekt in allen Bereichen ist das kürzlich entstandene Campagne Areal. Nachhaltigkeit ist dort das oberste Gebot. Erstmals wurde ein kooperatives Planungsverfahren durchgeführt, bei dem auch Bürgerinnen und Bürger, bspw. in öffentlichen Veranstaltungen und Workshops, eingebunden wurden. Der aufgrund der energiesparenden Passiv-Bauweise reduzierte Heizbedarf wird mittels Grundwasser-Wärmepumpe und Fernwärme bereitgestellt. Der Strom dafür kommt aus einer PV-Anlage und anderem Ökostrom. Wenig verwunderlich, dass es im Rahmen von klimaaktiv Siedlungen & Quartiere mit Erfolg ausgezeichnet werden konnte.

Foto: IIG, ET_mths, Günther Egger, Bernhard hörtnagl, ET_mths, IIG, ET_mths, Die Fotografen_Charly Lair, Robert Schober, 3x ET_mths

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