90% aller Ladevorgänge finden zu Hause oder bei der Arbeit statt .

Laden zu Hause

Überall wo es Strom gibt, kann ein Elektroauto geladen werden! Die „Tankstelle“ zu Hause wird damit Realität. Im Eigenheim kann mit dem entsprechenden Kabel grundsätzlich über die Haushaltssteckdose mit max. 2,3 kW geladen werden. Das dauert allerdings etwas länger. Eine Wallbox oder ein intelligentes Ladekabel können den Prozess deutlich beschleunigen. Die Praxis hat gezeigt, dass eine Ladeleistung von 11 kW dafür mehr als ausreichend ist. Eine Übersicht dazu liefert topprodukte.at

Durchschnittliche Ladedauer

Mit einer 11 kW Wallbox oder einem intelligenten Ladekabel werden für diese gängigen E-Automodelle folgende Ladezeiten erreicht:

Ein Beispiel

Martin pendelt jeden Tag 30 Kilometer von Schwaz nach Innsbruck und zurück. In Summe also 60 km. Dafür verbraucht er in etwa 12 kWh Strom. Meistens lädt er sein Auto, wenn er abends von der Arbeit nach Hause kommt an der Starkstromsteckdose in der Garage – mit 2,3 kW Ladeleistung. Das dauert dann in etwa 3 Stunden und der Akku ist wieder voll. Ab und zu vergisst er den Stecker einzustecken und lädt sein Auto dann einfach am nächsten Tag an der Wallbox beim Büro. Dort kann er mit 11 kW Ladeleistung laden und hat die Batterie schon nach 1 ½ Stunden wieder voll.

In beiden Fällen reicht die Zeit jedenfalls mehr als aus, um die volle Reichweite zu laden. Martin folgt dem Motto: „So viel wie nötig, nicht so viel wie möglich“, und installiert Zuhause deshalb keine zusätzliche Wallbox mit hoher Ladeleistung - obendrauf schont er mit geringen Ladeleistungen nicht nur den Akku, sondern auch das Stromnetz. Die Frage „wie viel Ladeleistung benötige ich wirklich“ sollte bei der Planung von Lademöglichkeiten daheim also immer im Vordergrund stehen.

Schritte auf dem Weg zur Ladestation im Einfamilienhaus

1. Bestandserhebung

Je nach bestehender Elektroinstallation können Adaptierungen notwendig sein. Dein Elektroinstallationsunternehmen weiß Bescheid!

2. Auswahl der Ladestation

Zuerst gilt es sich für ein mobiles Ladekabel mit Adaptern oder eine fix installierte Wallbox zu entscheiden. Die maximale Ladeleistung muss stets in Abstimmung mit den Möglichkeiten des E-Autos und den jeweiligen Ansprüchen an Reichweite und Ladedauer getroffen werden. Für Heimladezwecke sind Leistungen bis maximal 11 kW ausreichend. Mit entsprechender Kommunikationsfähigkeit ausgerüstet, wird eine optimale Nutzung des selbst erzeugten Photovoltaikstroms ermöglicht.

3. Genehmigung

Die Errichtung einer privaten Lademöglichkeit erfordert keine baurechtliche Zustimmung. Für freistehende Lademöglichkeiten bedarf es einer Bauanzeige.

4. Kontaktaufnahme Netzbetreiber

Ladeleistungen ab 3,7 kW sind beim Netzbetreiber zu melden. Die Kontaktaufnahme muss unbedingt vor der Installation erfolgen.

5. Installation

Die Errichtung der notwendigen Infrastruktur (z.B.: dreiphasiger Stromanschluss) sowie den Anschluss einer Wallbox kann ein konzessioniertes Elektroinstallationsunternehmen durchführen. Eine entsprechende Absicherung steht dabei im Vordergrund. 

Leitfaden: Wie lade ich mein Elektroauto?

Das Laden zu Hause ist nicht nur technisch, sondern auch aus rechtlichen Gründen manchmal herausfordernd. Um die rechtlichen Hürden leichter meistern zu können, hat das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie einige Tipps sowohl für Einfamilien- als auch Mehrfamilienhäuser zusammengestellt.

Fahren mit dem eigenen Sonnenstrom

Je mehr erneuerbarer Strom für den Antrieb eines E-Autos verwendet wird, desto umweltfreundlicher fällt auch die ökologische Gesamtbetrachtung aus. Tirol hat als Wasserkraftland eine sehr günstige Ausgangslage. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage bildet dann noch das Sahnehäubchen.

Mit Hilfe eines Lademanagements kann die Beladung des Fahrzeugs auf die eigene Stromproduktion am Dach abgestimmt werden.

In absehbarer Zukunft ist zu erwarten, dass das Elektroauto sogar als mobiler Stromspeicher eingesetzt werden kann.

Thomas Geisler, E-Mobilitätsexperte von Energie Tirol

Ein wichtiger Schritt

Die Installation einer max. 3,7 kW Wallbox ist laut folgendem OGH-Urteil nun eine privilegierte Maßnahme im Sinne des Wohneigentumsgesetzes. Das bedeutet im Mehrfamilienhaus ist eine Zustimmung der MiteigentümerInnen somit nicht mehr zwingend notwendig.

Öffentlich Laden

Öffentliche Ladeinfrastruktur ist vor allem für (Durch-)Reisende von Bedeutung. Aber auch für einen schnellen Energieschub im Alltag ist auf sie Verlass. Neben dem Laden mit Ladekarte besteht auch die Möglichkeit des Ad-Hoc Ladens. Ein Vergleich der unterschiedlichen Tarifangebote vor der ersten elektrischen Ausfahrt lohnt sich!

Wie werden E-Autos geladen? Wie das Smartphone auch: Stecker rein, fertig!

Ladenetz-Plattformen

Für Österreich gibt es nun endlich eine Plattform die alle öffentlichen Ladestationen listet. Die BetreiberInnen von Ladestationen sind gesetzlich verpflichtet sich dort einzutragen. Betrieben und gewartet wird die Plattform von der Strom-Regulierungsbehörde E-Control.

Leider sind noch immer nicht alle länderübergreifenden Ladestationen einheitlich über eine Plattform erfasst und sichtbar. Einen Überblick geben folgende Plattformen: