Im Zielszenario für TIROL 2050 energieautonom wird der motorisierte Individualverkehr vom batterieelektrischen Antrieb getragen. Auch das Land Tirol hat im Rahmen seiner Nachhaltigkeits- und Klimastrategie ein klares Bekenntnis für die E-Mobilität abgegeben und gibt im Maßnahmenplan die nächsten Schritte vor.

Was ist ein Elektrofahrzeug?

Bei Elektrofahrzeugen gibt es verschiedene Antriebsarten. Vorrangig wird dabei vom batterieelektrischen Fahrzeug (BEV) und damit von der Zukunft des motorisierten Individualverkehrs gesprochen: Sie fahren rein elektrisch, der Motor wird direkt aus einem aufladbaren Akku gespeist – einfach, effizient, geräuscharm und lokal emissionsfrei. Hybridfahrzeuge kombinieren Elektro- und Verbrennungsmotor und gelten als Übergangstechnologie. Sie helfen beim Einstieg, sind aber langfristig keine Lösung für die Energieautonomie. Wasserstofffahrzeuge erzeugen Strom via Brennstoffzelle spielen höchstens im Schwerverkehr eine Rolle, etwa bei LKWs oder Bussen. Im privaten Bereich und regionalen Lieferverkehr haben sie keine Relevanz

Die unschlagbaren Vorteile der Elektromobilität

Die Elektromobilität überzeugt vor allem durch ihren Kostenvorteil und einer positiven Klimabilanz. Außerdem ist sie außer Konkurrenz aufgrund des effizienten Antriebs und somit die Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors.

Weniger Energie – mehr Reichweite

E-Autos sind besonders effizient – rund 80 Prozent  der eingesetzten Energie kommen tatsächlich auf der Straße an. Zum Vergleich: Beim Verbrenner sind es um die 30 Prozent. Mit der Energiemenge von 1 Liter Diesel (= 10 kWh Strom) kommt ein E-Auto drei Mal so weit wie ein vergleichbarer Diesel PKW.

Verbrenner-PKW
E-PKW

Positiv fürs Klima

Elektrofahrzeuge leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Zwar entsteht bei der Akkuherstellung CO₂, doch dieser Nachteil wird im Laufe der Nutzung schnell ausgeglichen. Vor allem, wenn der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich ein ökologischer Vorteil ein.

Mit dem österreichischen Strommix sparen E-Autos über ihren gesamten Lebenszyklus durchschnittlich 55 Prozent CO₂ im Vergleich zu Verbrennern – je nach Fahrzeugklasse. Wird ausschließlich Ökostrom verwendet, steigt die Einsparung im Durchschnitt sogar auf 73 Prozent.

Klarer Kostenvorteil

E-Autos sind wirtschaftlich attraktiv. Zwar liegen die Anschaffungskosten oft noch leicht über denen von Verbrennern, doch über die Nutzungsdauer rechnet sich das je nach Fahrzeugklasse unterschiedlich schnell. Gründe dafür sind geringere Wartungskosten aufgrund weniger Verschleißteile und niedrigere Kosten für den Betrieb machen den Unterschied. Bereits nach 29 Monaten erreichen E-Autos einen Kostenvorteil gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner.

Besonders günstig wird es beim Laden zu Hause, wenn der Treibstoff selbsttändig mittels Photovoltaikanlage erzeugt wird. Mit der eigenen PV-Anlage kostet Aufladen nur ungefähr ein Drittel im Vergleich zu Benzin und Diesel.

Das nächste Fahrzeug wird elektrisch!

Die Wahl des passenden E-Fahrzeugs hängt von deinen Bedürfnissen und Lebenssituation ab: Wer täglich kurze Strecken fährt und zu Hause laden kann, braucht in der Regel keine große Reichweite oder Schnellladung – ideal für Pendler*innen oder im Familienalltag. Bei beruflicher Nutzung mit vielen Kilometern und wenig Ladezeit sind Reichweite und Ladeleistung entscheidend. Überlege dir: Wie weit fahre ich täglich? Wo und wie schnell soll geladen werden?

Förderungen finden

Die Energieagentur Tirol bietet eine umfassende Förderübersicht und berät zu den aktuell verfügbaren Bundes- und Landesförderungen, um den Umstieg auf die Elektromobilität zu unterstützen.

Gebraucht? E(h) klar!

Ein gebrauchtes Elektroauto ist oft der perfekte Start in die Elektromobilität - budgetschonend, umweltfreundlich und alltagstauglich.

Der größte Wertverlust ist bereits passiert, der Kaufpreis dadurch attraktiver. Unabhängig ob neu oder gebraucht fallen Service- und Betriebskosten deutlich niedriger aus, als bei Verbrennern. Der CO₂-Rucksack aus der Akkuherstellung wurde meist schon durch die Nutzung der Vorbesitzer*innen ausgeglichen. So fährst du umweltfreundlich vom ersten Kilometer weg. Für den Alltag reicht die Reichweite gebrauchter Modelle meist locker aus – die durchschnittliche Tagesstrecke in Österreich liegt bei 35 km.

So(H) what? Die Batteriediagnose

Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Kauf darauf, dass eine Batteriediagnose, z. B. durch eine unabhänige Organisation wie dem ÖAMTC, durchgeführt wurde, die den Gesundheitszustand, den sogenannten State of Health (SoH) des Akkus zuverlässig bewertet.

Dein Weg zum gebrauchten E-Fahrzeug

Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet in der YouTube-Videoreihe „Gebraucht? E(h) klar!“ wertvolle Unterstützung. In dieser Kooperation von Energieagentur Tirol und ÖAMTC werden konkrete Tipps gegeben und die wichtigsten Fragen rund um gebrauchte E-Fahrzeuge beantwortet. Die Serie ist eine ideale Begleitung für alle, die mit dem Gedanken spielen, einen E-Gebrauchtwagen zu kaufen und sich umfassend informieren möchten.

Ablauf der Batteriediagnose

  • Am ÖAMTC-Stützpunkt wird ein Mess- und Diagnosegerät verbaut.
  • Das E-Auto wird vom ÖAMTC-Mitglied auf 100 Prozent geladen und die Messung wird mit einer Freigabe am Smartphone gestartet.
  • Anschließend muss das E-Fahrzeug auf unter 10 Prozent Akkukapazität leergefahren und die Messung wiederum mit dem Smartphone beendet werden.
  • Beim ÖAMTC-Stützpunkt wird das Messgerät wieder ausgebaut.
  • Die Erstellung des Prüfzertifikats dauert etwa zwei Tage und wird anschließend dem ÖAMTC-Mitglied erklärt und ausgehändigt. Maßgebliche Größe ist der in Prozent angegebene SOH-Wert. Je höher dieser ist, umso besser. Ausschlaggebend ist aber vor allem der persönliche Einsatzzweck.