Fasserbauer / Familie Daum

Patataria

Ditta, Belana, Anuschka, Ribera – nur eine kleine Auswahl der Sorten, die es bei der Patataria im Tiroler Oberland gibt. Seit Generationen baut die Familie Daum Kartoffeln an. Die Äcker liegen alle rund um Oberhofen im Inntal – ein Standort, der jegliche Ansprüche an Klima und Boden für die Produktion qualitativ hochwertiger Erdäpfel erfüllt. Mit jahrzehntelanger Erfahrung und Expertise bemüht sich Familie Daum besonders um dieses Fleckchen Erde und arbeitet als kleinstrukturierter Familienbetrieb nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – und ganz im Sinne der Energieautonomie.

Erschienen: 2022 / Lesedauer: 4 Minuten / Erfahre hier mehr über nachhaltigen Konsum

Kreislaufwirtschaft

„Diese gewährleistet den Erhalt unseres wertvollen Bodens und ist zugleich das Geheimnis für das Wachstum unserer qualitativen Feldfrüchte“,

ist Regina Daum, das kreative Köpfchen und technische Genie der Familie, überzeugt.

Was Haferschleim und Kartoffeln gemeinsam haben

Der Fasserbauernhof ist ein wahrer Familienbetrieb: Alle Generationen helfen mit, alle wollen voneinander lernen. „Wir alle lieben Erdäpfel – ein regionales, unkompliziertes, sättigendes, vielseitiges, köstliches Lebensmittel, das viel zu wenig Wertschätzung erfährt“, ist Johanna Daum überzeugt, die am Hof in der Rolle der Visionärin und Feinschmeckerin bekannt ist. „Es ist ein bisschen wie beim Haferschleim, den wollte früher auch niemand essen, bis er als Porridge zum hippen Frühstücksgericht mutierte. So in etwa möchten wir das auch mit Kartoffeln hinbekommen, und vielleicht müssen wir sie dazu einfach Patati nennen“, lachen die beiden Schwestern.

Geführt wird der Hof nach wie vor von den Eltern Martha und Peter, die schon seit Jahren mittels Hackschnitzelheizung und einer 25 kWp großen Photovoltaikanlage auf heimische Strom- und Wärmeversorgung setzen. Die junge Generation arbeitet nebenberuflich am Hof. Johanna widmet sich als zukünftige Betriebsführerin den Themen und Herausforderungen der Landwirtschaft. Gemeinsam mit Regina kümmern sich die beiden Schwestern zudem mit viel Freude und Motivation um Marketing und Vertrieb.

„Die Idee zur Patataria ist uns im Italien-Urlaub gekommen. Umgeben von Trattoria, Gelateria und allen möglichen weiteren ...rias haben wir bei Pasta und Wein den Namen Patataria erfunden.“

Johanna Daum

Von früher und heute

Produziert werden die Erdäpfel möglichst schonend. Das beginnt bei der Aussaat mit der 50 Jahre alten halbautomatischen Legemaschine. Für ein gutes Wachstum kommt Stallmist und Naturdünger hinzu. „Wir verzichten bewusst auf die chemische Unkrautbekämpfung. Mit Striegel, Rollhacke und wie damals mit der Handhacke entfernen wir unerwünschtes Beikraut“, so Regina.

Mithilfe der Vollerntemaschine werden die Erdäpfel dann aus dem Boden geholt. Zurück am Hof laufen die Patati durch die Sortiermaschine. Handverlesen finden sie dann ihren Weg in die Tasche oder den Sack.

Voll elektrisch im Patati Drive

Die Qualitätserdäpfel können 24 Stunden, 7 Tage die Woche in der Selbstbedienungs-Patati-Box am Hof abgeholt werden. Aber die Erdäpfel werden auf Bestellung auch gerne zugestellt. Und neuerdings sogar ganz klimafreundlich mit dem E-Auto.

„Wir haben uns zum Thema Förderungen, Reichweite, Nutzlast und natürlich auch über die Umweltauswirkungen informiert und uns dann verschiedene Modelle angeschaut“, berichtet Johanna. Der Autohändler hat dabei sehr unterstützt:

„Wir durften den Transporter zwei oder drei Mal ausleihen, haben ihn mit Zementsäcken, Kartoffeln und allem möglichen gefüllt, um Platz und Gewicht auszureizen“, erinnert sich Regina.

Regina äußerte schon von zwei Jahren: „Wenn wir irgendwann mal ein Lieferauto haben“ – bis vor Kurzem wurde ein Anhänger am Privatauto zum Leifern genutzt – „dann eines mit E-Antrieb.“ Johanna fand die Vorstellung damals noch abwegig: „Als die Idee zur Anschaffung eines Nutzfahrzeuges letztes Jahr dann aber konkreter wurde, haben wir uns aus Gründen der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zunächst nach einem Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor umgesehen. Es war hier aber nichts Passendes zu finden.“

Wenn Neuwagen, dann E-Auto war dann die Devise.

Und dann kam die Zerreißprobe: Vom Hof weg nach Imst über den Holzleitensattel und wieder retour. „Bergauf haben wir ganz schön gezittert, um dann festzustellen, dass die Batterie zurück zu Hause dank der Brems-Rekuperation annähernd gleich voll war wie bei der Abfahrt“, schmunzelt Regina.Test bestanden.

Mit dem zusätzlichen Argument der Förderungen durch das Bundesministerium und den Automobilhandel sowie des austria wirtschaftsservice war die Entscheidung gefällt. Inzwischen ist das E-Auto für die ganze Familie nicht mehr wegzudenken: „Der Spaßfaktor und das entspannte Fahrgefühl haben sogar unsere Mama überzeugt“, freuen sich die beiden. Geladen wird das E-Auto natürlich mit dem Strom vom eigenen Dach.

Von der Verpackung...

„Die Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit gehen bei der Patataria bis ins kleinste Detail. „Unser gesamtes Verpackungsmaterial eignet sich ideal zur Wiederverwendung. Daher freuen wir uns, wenn die leeren Taschen und Säcke gesammelt und für weitere Befüllungen zurückgebracht werden“, so Johanna. 

...auf den Teller

Und um den Kreislauf zu schließen bieten die Daums auf ihrer Website zahlreiche Ideen, was mit ihren Kartoffeln gezaubert werden kann. „Wir haben unsere liebsten Kartoffelrezepte dort aufbereitet, freuen uns aber auch immer, wenn glückliche KundInnen ihre Rezeptideen mit uns teilen“, sagt Regina. Das geht natürlich am einfachsten in den sozialen Medien: @die.patataria und #patataria

Fotorechte: Sarah Rainer, Hannes Waldhart, Patrick Steiner, Blitzkneisser

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