08. Oktober 2026

Rückgang bei Pkw-Motorisierung in Innsbruck

Einzige Landeshauptstadt in Österreich

Innsbruck ist Österreichs einzige Landeshauptstadt, in der im Vorjahr die Zahl der Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner zurückgegangen ist, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Insgesamt ist die Auto-Abhängigkeit in Tirols Bezirken geringer als in anderen Bundesländern. Neben der weiteren Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs, der Radinfrastruktur und der Sharing-Angebote sieht die Mobilitätsorganisation VCÖ auch die Unternehmen gefordert. Unternehmen sollen mit Mobilitätsmanagement ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, mit dem Öffentlichen Verkehr, (Elektro-)Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu kommen.  

Mit 431 Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner hat Innsbruck nach Wien die zweitniedrigste Pkw-Dichte im Landeshauptstadt-Vergleich, informiert der VCÖ. Und Innsbruck ist die einzige Landeshauptstadt, in der im Vorjahr der Pkw-Motorisierungsgrad zurückging, in Wien und Graz blieb er gleich.

„Früher war ein niedriger Motorisierungsgrad in Österreich ein Indiz für geringeren Wohlstand, heute ist er ein Zeichen eines vielfältigen Mobilitätsangebot, das der gesamten Bevölkerung, von Kindern bis älteren Menschen, selbständige Mobilität ermöglicht“,

stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Neben dem Öffentlichen Verkehrsangebot sind auch Sharing-Angebote wichtig, wie etwa das Stadtrad Innsbruck. 

Im Bundesländer-Vergleich hat Tirol nach Wien und Vorarlberg mit 555 die drittniedrigste Anzahl an Pkw pro 1.000 Personen. Von allen Tiroler Autos sind 15 Prozent betriebliche von Unternehmen, öffentlichen Stellen und anderen Organisationen.

Auch in den Tiroler Bezirken ist die Autoabhängigkeit geringer als in anderen Bundesländern. Während österreichweit bereits in 29 Bezirken mehr als 700 Pkw pro 1.000 Personen kommen, ist der höchste Wert in Tirol 614, und zwar im Bezirk Reutte. Die österreichweit höchste Pkw-Dichte weist der niederösterreichische Bezirk Waidhofen/Thaya auf.

„Ein hoher Pkw-Motorisierungsgrad ist ein Zeichen von Mangel, Mangel an Nahversorgung, Arbeitsplätzen und öffentlichen Verkehrsverbindungen. Diesbezüglich ist die Situation in Tirol besser, aber es ist noch einiges zu tun, damit es für alle in Tirol gute Mobilitätsangebote gibt“,

betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. 

Nach Innsbruck hat der Bezirk Innsbruck-Land die zweitniedrigste Anzahl an Pkw im Verhältnis zur Bevölkerungszahl, vor den Bezirken Kufstein und Schwaz, informiert der VCÖ. Dort, wo die Bevölkerung für ihre Mobilität seltener oder gar kein eigenes Auto braucht, spart sie sich viel Geld. Eine VCÖ-Analyse auf Basis der Konsumerhebung der Statistik Austria zeigt, dass im Vorjahr die gesamten monatlichen Verkehrsausgaben von Haushalten mit zwei Autos mit durchschnittlich 930 Euro um rund 390 Euro beziehungsweise um 72 Prozent höher waren als von Haushalten mit einem Auto.

„Die vom Krieg im Nahen Osten verursachte Treibstoffkrise verdeutlicht, wie teuer die Abhängigkeit von Erdöl und vom Auto ist. Diese Abhängigkeiten zu reduzieren und die Freiheit der Verkehrsmittelwahl für die Bevölkerung auch in den Regionen zu erhöhen, ist das Gebot der Stunde“,

betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Eine wichtige Rolle spielen auch die Unternehmen. Sie können mit Mobilitätsmanagement ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, mit dem Öffentlichen Verkehr, (Elektro-)Fahrrad oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu kommen, wie das beispielsweise die Tirol Kliniken machen. Als Anreiz vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr umzusteigen, wird das Klimaticket Tirol zur Verfügung gestellt. Bereits 5.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das Angebot, das nicht nur auf den Arbeitsweg positiv wirkt, sondern auch auf die Freizeitwege. Die Tirol Kliniken wurden dafür heuer mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Tirol ausgezeichnet.