Seit 2009 liefert das Energiemonitoring Tirol jährlich einen umfassenden Überblick über den Energiebedarf und die Energieerzeugung im Land. Die Energieflüsse werden sowohl gesamthaft als auch für die einzelnen Sektoren Gebäude, Produktion und Mobilität dargestellt. Dabei wird gezeigt, welche Energieträger eingesetzt werden, welche Umwandlung auf dem Weg zur Endenergie erfolgt, und wie viel schließlich als End- und Nutzenergie eingesetzt wird. So macht das Energiemonitoring den Fortschritt auf dem Weg zu einem energieautonomen Tirol transparent und ermöglicht fundierte Entscheidungen für die Zukunft.

Seit 2005 ist der Endenergieeinsatz pro Kopf in Tirol um rund 17 Prozent gesunken. Gleichzeitig stammen bereits mehr als 40 Prozent der eingesetzen Endenergie aus erneuerbaren Quellen, beim Strom sogar nahezu 100 Prozent.

Zur Datenlage

Der aktuelle Bericht zeigt den Stand des Energiesystems zum 31. Dezember 2023. Die Daten stammen aus nationalen Statistiken, wie den Bundesländerbilanzdaten von Anfang November 2024 oder der Nutzenergieanalyse von Dezember 2024, die beide von der Statistik Austria veröffentlicht wurden. Zusätzlich liefern regionale Erhebungen umfangreiche Bottom-up-Daten. Damit liegen alle verwendeten Daten zum Vergleich vor.

Die Daten sind eine zentrale Grundlage für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um Maßnahmen abzuleiten, die Energiewende zu steuern und Kurskorrekturen vorzunehmen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Tirol hat bereits viel erreicht – der Endenergieeinsatz ist gesunken, der Anteil erneuerbarer Energien liegt weit über dem österreichischen und EU-Durchschnitt. Das Energiemonitoring macht diese Entwicklungen sichtbar und schafft damit Vertrauen und Orientierung für den gemeinsamen Weg in eine Zukunft mit erneuerbarer Energie.

Der Unterschied zwischen Endenergiebedarf und Energieeinsatz

Tirols Weg zur Energieautonomie ist von klaren Fortschritten gekennzeichnet. Der gesamte Endenergiebedarf Tirols, also die von den Endkund*innen eingesetzte Energie in den Sektoren Gebäude (inklusive Landwirtschaft und Dienstleistungen), Produktion und Mobilität, lag im Jahr 2023 bei 22.077 Gigawattstunden (GWh). Das sind 7,3 Prozent weniger als im Vergleichsjahr 2005, trotz Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Dass der Energiebedarf gesunken ist, obwohl die Wirtschaft und die Bevölkerung in Tirol gewachsen sind, zeigt, dass das Energiesystem effizienter geworden ist.

Der gesamte Energieeinsatz umfasst die eingebrachte Energie ins System inklusive Umwandlungs- und Transportverlusten sowie Exporten. Er betrug 2023 31.958 GWh, wobei 7.469 GWh davon exportiert wurden. 2.411 GWh wurden als Verluste und sonstige Nutzung im Umwandlungsbereich ermittelt.

Die Wasserkraft ist Tirols größte genutzte erneuerbare Energiequelle. 2023 wurden damit 7.364 GWh Strom erzeugt – das entspricht rund 55 Prozent der gesamten in Tirol erzeugten Energie. Tirol profitiert hier besonders von seiner alpinen Topografie und der damit verbundenden Fallhöhe des Wassers.

Mit 4.892 GWh trug Holz gut 35 Prozent zur Erzeugungsleistung in Tirol bei. Damit ist Holz nach der Wasserkraft die zweitwichtigste erneuerbare Energiequelle in Tirol.

Durch Wärmepumpen wurden rund 489 GWh Wärme aus Luft, Grundwasser und Erde gewonnen – das entspricht knapp vier Prozent der gesamten Erzeugung innerhalb Tirols. Der Bestand an Wärmepumpenanlagen wächst seit Jahren stark. Ende 2023 waren ungefähr 21.700 Anlagen in Betrieb, die meisten davon Luftwärmepumpen.

Mithilfe der Sonne wird grüner Strom durch fast 25.000 Photovoltaik-Anlagen (Stand Ende 2023) erzeugt. Insgesamt sind es im gesamten Jahr 383 GWh – das entspricht fast drei Prozent der gesamten inländisch erzeugten Energie. Solarthermie-Module lieferten außerdem 282 GWh Wärme, also rund 2,1 Prozent der inländischen Energieerzeugung. Mit 117 GWh trugen Biogas und brennbare Abfälle knapp ein Prozent bei.

Die Sektoren im Vergleich

Die sektorale Betrachtung des Endenergieeinsatzes zeigt, wie unterschiedlich Gebäude, Produktion und Mobilität zur Energienachfrage in Tirol 2023 beitragen.

34,1 Prozent

Mobilität

Die Mobilität hat 2023 mit 7.539 GWh um 6,7 Prozent weniger Energie benötigt als noch 2005, trotz steigenden Verkehrsaufkommens. Sie hatte 2023 einen Anteil von 34,1 Prozent am gesamten Endenergiebedarf.

45,0 Prozent

Gebäude

Im Gebäudebereich wurden 2023 9.930 GWh benötigt. Damit entfielen 45 Prozent des gesamten Endenergiebedarf auf sie.

20,9 Prozent

Produktion

Obwohl die Wirtschaft weiter gewachsen ist, hat sich der Endenergiebedarf seit 2005 um rund ein Drittel auf 4.608 GWh verringert. 2023 hatte der Produktionssektor 21 Prozent Anteil am gesamten Endenergiebedarf.

Du willst auf dem Weg in die Energieautonomie nichts mehr verpassen?

Dann melde dich hier zu unserem Newsletter an.