Tirol ist in der Trinkwasserversorgung gut aufgestellt und verfügt über eine flächendeckend sehr gut ausgebaute und krisensichere Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser. Um das hohe Niveau in der Trinkwasserversorgung auch vor dem Hintergrund des Klimawandels langfristig zu gewährleisten, braucht es gezielte Maßnahmen und Investitionen. Das sind die wesentlichen Ergebnisse aus dem aktuellen Tiroler Trinkwasservorsorgekonzept des Landes Tirol. Dieses hat LHStv Josef Geisler auch beim Trinkwassergipfel von Bundesminister Norbert Totschnig in Wien vorgestellt.
„Das Tiroler Trinkwasservorsorgekonzept zeigt in komprimierter Form, worauf wir unser Augenmerk richten müssen: auf die Fortsetzung der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit für eine krisensichere Trinkwasserversorgung auch bei Engpässen und Bedarfsspitzen, den konsequenten Schutz und die Sicherung unserer Wasserressourcen, einen bewussten und sparsamen Umgang mit Wasser sowie die laufende Optimierung wasserwirtschaftlicher Datengrundlagen“, unterstreicht LHStv Josef Geisler die wesentlichen Handlungsfelder.
Ziel sei es, die hohe Versorgungsqualität langfristig zu sichern und die Trinkwasserversorgung klimafit und bedarfsgerecht aufzustellen.
Auch wenn der jährliche Wasserverbrauch aus der öffentlichen Wasserversorgung in den vergangenen vier Jahrzehnten aufgrund der Bevölkerungs- und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der klimatischen Veränderungen von rund 57,5 Millionen Kubikmetern auf rund 70 Millionen Kubikmeter um knapp 20 Prozent gestiegen ist – der Pro-Kopf-Verbrauch ist im selben Zeitraum deutlich um 16 Prozent zurückgegangen: Während im Jahr 1986 noch rund 300 Liter pro Hauptwohnsitz und Tag (inkl. öffentlich mitversorgter Verbraucher wie Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft, Industrie) verbraucht wurden, sind es heute rund 250 Liter.
„Der Rückgang des spezifischen Pro-Kopf-Verbrauchs bzw. Bedarfs pro Hauptwohnsitz zeigt, dass ein bewussterer Umgang mit Wasser, technische Entwicklungen und Effizienzsteigerungen Wirkung zeigen“, ordnet Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft, die Zahlen ein.
Bis zum Jahr 2050 wird ein Anstieg des Gesamtbedarfs an Trinkwasser um knapp zehn Prozent auf rund 76 Millionen Kubikmeter prognostiziert.
Trinkwasserversorgungsanlagen werden nicht nur für den heutigen Bedarf, sondern für einen Planungszeitraum von etwa 50 Jahren ausgelegt. Dabei werden Bevölkerungsentwicklung, klimatische Veränderungen, zukünftiger Wasserbedarf und mögliche Erweiterungen in der Planung berücksichtigt.
Rund 96 Prozent der Bevölkerung sind an öffentliche Wasserversorgungsanlagen angeschlossen. In Tirol sind mehr als 10.000 Quellen bekannt. Davon werden derzeit rund 5.000 für die Trinkwasserversorgung verwendet. Etwa 90 Prozent des Trinkwassers stammt aus Quellen und wird im Untergrund natürlich gefiltert. Die Qualität des Trinkwassers wird zudem laufend kontrolliert. Neben dem Schutz der Wasserressourcen vor Verunreinigungen durch die Ausweisung von Wasserschutzgebieten spielt für die Einhaltung der strengen gesetzlichen Anforderungen auch die kontinuierliche Überwachung der Anlagen eine entscheidende Rolle.
Tirol profitiert von seinen natürlichen Voraussetzungen wie der alpinen Topographie und dem ausreichenden Jahresniederschlag.
„Wir müssen uns aber zukunfts- und klimafit aufstellen und laufend in eine sichere Versorgung investieren. Das vorliegende Trinkwasservorsorgekonzept bietet hier eine wichtige Grundlage“, erklärt LHStv Josef Geisler.