Ende 2024 gab es in Tirol rund 168.000 Wohngebäude – etwa 80.000 davon stammen aus der Zeit zwischen 1945 und 1990. Unsanierte Häuser aus dieser Bauzeit haben oft einen schlechten Wärmeschutz. Immerhin rund 30 Prozent dieser Gebäude wurden bis Ende 2024 saniert. Durch attraktive Förderprogramme wächst diese Zahl weiter.
In Sachen Energieeffizienz wurden bereits gute Fortschritte erzielt. Trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ist es in Tirol in den vergangenen Jahren gelungen, den Verbrauch zu senken. Um das gemeinsame Ziel eines unabhängigen und fossilfreien Tirols bis zum Jahr 2050 zu erreichen, muss dieser Kurs gehalten werden. Ausgehend vom heutigen Energiebedarf gilt es rund 30 Prozent einzusparen und gleichzeitig die erneuerbaren Energieträger um 50 Prozent auszubauen. Hohes Einsparpotenzial liegt weiterhin im Gebäudebereich.
Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol: „Sanierungen sind nicht nur ein zentraler Hebel, um Energiekosten zu senken, sondern auch, um den Weg in eine fossilfreie Zukunft zu ebnen. Dass mittlerweile rund 30 Prozent der Wohngebäude aus der Bauperiode 1945 bis 1980 saniert wurden, ist ein wichtiger Schritt nach vorne – aber längst nicht ausreichend.“
Denn um TIROL 2050 energieautonom zu erreichen, braucht es das Engagement jeder und jedes Einzelnen. Eine thermische Sanierung spart nicht nur bis zu 75 Prozent Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Gebäudes und reduziert die notwendigen Investitionen in Heizungsanlagen erheblich. Eine Sanierung lohnt sich – sie bringt konkrete Vorteile im Hier und Jetzt: geringere Energiekosten, höhere Wohnqualität und eine nachhaltige Wertsteigerung des Gebäudes.
Möglich wird die Energieeinsparung im Gebäudesektor durch breite thermische Sanierungsmaßnahmen. Ein thermisch saniertes Gebäude kann bis zu 75 Prozent Energieeinsparung erzielen. Das reduziert nicht nur laufende Heizkosten erheblich, sondern ermöglicht auch kleinere und damit günstigere Heizungsanlagen. Im Idealfall werden beide Maßnahmen gemeinsam geplant: Sanierung und Heizungstausch. Das Land Tirol fördert thermische Sanierungen mit einem bis zu 25-prozentigen Einmalzuschuss. Werden zumindest drei Maßnahmen – zum Beispiel Fassade, Fenster und oberste Geschoßdecke – gleichzeitig umgesetzt und bestimmte Anforderungen an den Heizwärmebedarf erfüllt, gewährt das Land obendrauf den Ökobonus. Dieser beträgt je nach Nutzfläche zwischen 8.800 und 20.350 Euro. Zusätzlich gibt es vom Land attraktive Förderungen für den Heizungstausch.
Für alle, die sich über klimafittes Bauen und Sanieren informieren möchten, gibt es am Dienstag, den 13. Oktober 2026 von 18:00 bis 19:00 Uhr einen kostenlosen Online-Infoabend. Energieberater DI Hannes Lichtmannegger gibt in einem kompakten Vortrag Einblicke in Wärmeschutz an der Gebäudehülle, verschiedene Heiztechnologien, praktische Tipps für die Sanierung sowie mögliche Förderungen mit konkreten Beispielen. Der Schwerpunkt liegt auf der Sanierung – Neubauinteressierte kommen aber ebenfalls auf ihre Kosten.