‚Ein Lebensmittel schmeißt man nicht weg!‘
Auch die vierte Generation der BäckermeisterInnen der Familie Pristauz lebt nach solchen Weisheiten. Birgit Pristauz ist Geschäftsführerin des „Bichlbäck“ und hat es geschafft, die alten Werte mit frischem Wind abzustauben.

im kreislauf

 „Früher war Kreislaufdenken ganz selbstverständlich. Brot zum Beispiel wurde gegessen, solange es kaubar war, danach getrocknet und zu Knödelbrot verarbeitet oder dem Teig als Brösel zugemischt.  Das können wir als kleine Bäckerei auch heute noch so machen und damit die Qualität des Teigs steigern“, erzähl Birgit. „Bei uns gibt es selbstverständlich auch schon seit langem die Backwaren vom Vortag günstiger.“

gemeinsam Viel Bewegen

Heute steht Birgit selbst gern im Verkauf oder in der Backstube, wann immer es sich bei ihren zahlreichen Aufgaben ausgeht. Doch das war nicht immer so.

„Früher habe ich es als frustrierend empfunden hier zu arbeiten, während andere in Jugendbewegungen aktiv sein und studieren konnten. Es hat sicher zehn Jahre gebraucht, bis ich mich mit dem Betrieb identifizieren konnte und erkannt habe, welches Gestaltungspotenzial darin liegt.“

Als sie dann bei einer Veranstaltung von der Gemeinwohlökonomie erfuhr, sei ein richtiger Knoten aufgegangen:

„Mir wurde klar, dass ich hier im Betrieb wirklich etwas bewegen kann - im echten Leben meiner KundInnen, meiner MitarbeiterInnen und darüber hinaus.“



verbündete finden

Seitdem hat sich viel getan beim Bichlbäck. Auch durch die Kontakte zu Gleichgesinnten aus der Region konnte viel bewegt werden – zum Beispiel die regionale Beschaffung.
„Am Anfang hatte ich noch ein paar Vorbehalte gegenüber den teilweise auch sehr konservativen Kreisen wie der „Genussregion“. Aber beim Thema Nachhaltigkeit treffen sich Moderne und Tradition“, weiß Birgit aus Erfahrung. Mittlerweile bezieht der Bichlbäck so viele Produkte und Zutaten wie möglich aus der Nähe: Das Mehl kommt von der nächsten größeren Mühle. Honig, Käse und Topfen, aber auch Milch und Eier werden von BäuerInnen aus der Region und wenn möglich biologisch bezogen. Sogar die Dekoration wird von einer Nachbarin saisonal gebastelt, die leckere Schokolade ein paar Straßen weiter produziert und im Laden verkauft.

drehscheibe für gute ideen

„Trotzdem gibt es noch einen kleinen Restbestand – weil sie einfach nicht mehr nachgefragt werden! Ein Kunde kommt sogar immer wieder mit demselben, fein säuberlich zusammen gelegten Papiersackerl“, freut sich Anne-Christin vom Verkaufsteam.

Die Bäckerei hat sich auch als Umschlagplatz für Pfandgut wie Eierkartons oder Milch- und Honigflaschen etabliert, die hier wieder abgegeben werden können. Größere KundInnen werden auch mit dem hauseigenen Elektroauto beliefert.


„Ich komme schon seit 40 Jahren hierher und habe die hausgemachten Kardinalschnitten in meinem ganzen Freundeskreis bekannt gemacht“, erzählt eine Kundin begeistert. StammkundInnen wie sie bekommen vom Bichlbäck einmalig eine Brotstofftasche geschenkt und bringen diese immer wieder mit, Plastiksackerl werden schon seit mehreren Jahren keine mehr bestellt.

Schon sind weitere Projektideen vom regionalen Mehrwegbecher bis hin zum energiesparenden Ofen in Planung. 


Der Bichlbäck hat alle sieben Sachen beisammen, um guten Kuchen zu backen.

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