Willi Schulze ist als Maschinenbauer ein äußerst ordentlicher und gewissenhafter Mensch: die Kilometer im Auto werden genau notiert, die Energiekosten und Erträge monatlich in eine Tabelle übertragen und in einer Grafik ausgewertet. „Es ist natürlich auch ein Hobby“, schmunzelt Willi und zückt seinen Stift, um die Sonnenstrommengen in der Energiebilanz nachzuzeichnen.

Kraft der sonne

Bereits seit acht Jahren nutzen er und seine Frau Christine ihre Photovoltaikanlagen. „Ein befreundeter PV-Planer hat uns B-Ware empfohlen, was natürlich Einiges eingespart hat. Die war nur nicht farblich sortiert, aber ansonsten einwandfrei und ist sogar mit Garantie gekommen. Am 11.11.2011 war die erste Anlage dann in Betrieb.“ Die Sonne liefert fleißig: 75,93 kWh zeigen die Wechselrichter der beiden Anlagen heute. Mittlerweile gibt es auch einen eigenen Stromspeicher im Keller. Im Winter, wenn die Schneelast die Platten verdeckt, klettert der auch ansonsten sportliche Willi gesichert hinauf aufs Dach und schiebt die weißen Massen mit dem selbstgebauten Schuber weg.

Vorausgedacht

Für den Komplettumbau des Hauses in Richtung „2050-fit“ wurde bereits von Anfang an Vorarbeit geleistet. Anfang der Achtziger Jahre baute Familie Schulze ihr Haus in Vomp.
Viel Eigenleistung, Freunde und Bekannte halfen bei der Errichtung.„Damals haben ja die, die schon etwas weiter waren, noch Dämmputz verwendet. Und 5 cm Dämmung war dann schon ‚sehr gut‘. Wir haben das mit einem zweischaligen Mauerwerk mit 10 cm Steinwolle übertroffen, aber heute wäre das natürlich noch zu toppen“, lächelt Christine Schulze.

ERfOLgsrezept

Der nächste Schritt war dann der Austausch der Ölheizung. Auslöser waren laut Willi die hohen laufenden Kosten für den Kaminkehrer. Eine Grundwasser-Wärmepumpe wurde installiert, die seit 30 Jahren problemlos läuft. Dort wo früher der Öltank lagerte, ist seitdem Platz für eine gemütliche Sauna. Ein Kachelofen verströmt im Wohnzimmer im Winter zusätzlich angenehme Wärme.
Mithilfe einer Landesförderung, installierten die Schulzes zudem einen außenliegenden Sonnenschutz und sind seitdem auch für heiße Tage gerüstet.

„Das Angenehme ist ja, dass man weniger an die laufenden Kosten gebunden ist. Das gibt auch eine gewisse Sicherheit. Man weiß, die großen Investitionen sind schon getätigt und das Geld verschimmelt nicht auf der Bank,“ bekräftigt Willi die Sinnhaftigkeit der stets gemeinsamen Entscheidungen.

„Natürlich hat auch der Gedanke an Klimafreundlichkeit eine Rolle gespielt. Unser negativer CO2-Fußabdruck ist durch unsere Maßnahmen kleiner geworden. Und auch unsere Ausgaben sind geschrumpft: Wir zahlen bei 180 m2 Wohnfläche nur 33 Euro für Warmwasser, Heizung und Strom zusammen.“

Die nächste(n) Generation(en)

Die Mobilität soll in Zukunft auch fossilfrei gestaltet werden. Der Sohn Rainer jedenfalls ist ganz begeistert vom zukunftsfähigen Gebäude und schon mit einem E-Scooter unterwegs zur Arbeit – mit dem eigenen Sonnenstrom betankt.

„Das, was wir jetzt machen, hat Auswirkungen auf unsere Kinder, Enkelkinder und allen folgenden Generationen“, gibt Willi abschließend zu bedenken. „Zum Glück kommen immer mehr Bekannte auf mich zu und fragen: Wie hast du das genau gemacht?“

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