Landluft gibt es in Wildermieming zur Genüge.
Mit dem Mustersanierungsprojekt „Landluft“ der Familie Krißmer hat eine Innovation im Dorfkern der Gemeinde Einzug genommen, welche eine echte Bereicherung darstellt.

den bestand nutzen

Ausgehend vom alten Gebäudebestand aus dem frühen 19. Jahrhundert, wurde dem Anwesen neues Leben eingehaucht. Stall und Stadel standen seit langem leer. Die vorhandene Struktur sollte bei gleichbleibender Kubatur wieder sinnvoll genutzt werden.

Wenn Alt besser ist als neu


Aber warum sich den Aufwand antun, eine „alte Hütte“ zu sanieren, wenn man doch mit  weniger Aufwand ein neues Haus auf der grünen
Wiese errichten kann?

„Einerseits ist der Platz hier im Dorf einfach genial, der große Garten, die alten Bäume, das schätzen wir als Familie sehr. Andererseits haben wir auch eine Verantwortung gegenüber der Großmutter, welche nicht mehr alleine im Haus leben könnte. Zudem war einfach auch genug Platz vorhanden, den wir für unsere Pläne nutzen konnten.“

Die Qualität des Standorts lasse sich in den Neubaugebieten in Ortsrandlagen kaum erreichen, auch wenn die Rahmenbedingungen dort oft weniger einschränkend sind, als in gewachsenen Strukturen.

bis ins kleinste detail

Man wollte sich für den Planungsprozess bewusst Zeit nehmen und hat mit Arch. Martin Tabernig mitunter lange an gestalterischen und energietechnischen Details getüftelt. Das Ergebnis spricht für sich: Herausgekommen ist eine Neuinterpretation des alten Bauernhofes auf energetischem Neubauniveau. Sie beinhaltet das alte Wohnhaus, in dem die Großmutter mit über 90 Jahren nach wie vor alleine, aber mit Unterstützung der Familie lebt. Der alte Stadel wurde durch einen neuen Holzriegelbau ersetzt, welcher nun großzügige Wohn- und Schlafräume beherbergt. Im ehemaligen Stall, direkt darunter, fanden die Büroräume Platz.

Der Wald im haus

Nachhaltig und umweltfreundlich sollte das neue Haus sein. Wissen und Erfahrungen dazu, bringen die Bauleute aus ihrer Arbeit im Ingenieurbüro für Energieconsulting mit. So wurde im Zuge des Umbaus das gesamte Gebäude gedämmt: die alten Steinmauern mit 24 cm Außendämmung, der Holzriegelbau mit Zellulose. Grundsätzlich kamen dort, wo es bautechnisch möglich war, Materialien mit Umweltzeichen zum Einsatz. 

Das Holz für den neuen Stadel und den gesamten Innenausbau stammt aus dem eigenen „Forchenwald“, der entsprechend wieder aufgeforstet wurde. Der Heizwärmebedarf nach erfolgreicher Sanierung liegt bei 16 kWh/m²a. Um diesen Wert zu erreichen, wurden sämtliche Wärmebrücken optimiert, die sommerliche Überwärmung mittels thermodynamischer Simulation berechnet und die Verschattungssysteme entsprechend der Ergebnisse umgesetzt.

ein versuch

Auf gebäudetechnischer Seite haben sich die Bauleute trotz ihres tiefgreifenden Wissens auf Neuland begeben und zusammen mit TIWAG und A1 ein intelligentes System zur Verbrauchsoptimierung und Speichermöglichkeit entwickelt. Mittels Fernwirksignalen werden auf wetterbasierenden Verbrauchsprognosen verfügbare Energiekapazitäten berechnet und bedient. „Vereinfacht gesagt wird es Betriebssituationen geben, in welchen der Energieversorger je nach Energiepreis und Verfügbarkeit, aber ganz ohne Behaglichkeitsverluste, beispielsweise auf die Wärmepumpe, die E-Ladesäule oder den Batteriespeicher Einfluss nehmen kann“, erklärt Krißmer.


Diese Geschichte ist erschienen: 2019

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