eurogast Grissemann

Mit Strom gegen den Strom

eurogast Grissemann geht mit großen Schritten in Richtung Energiewende. Die Dächer sind bereits voll mit Photovoltaik-Modulen. Die Anschaffung der ersten vier vollelektrischen LKW war der logische nächste Schritt. Eine Geschichte, die zeigt: Wer wagt, gewinnt – besonders in der Energiewende!

Erschienen: November 2025 / Lesdedauer: 5 Minuten / Erfahre hier mehr über E-Mobilität

Das Unternehmen eurogast Grissemann in Zams investiert seit Jahren in erneuerbare Energien. Angefangen mit einer Photovoltaik-Leistung von 2.000 Kilowatt-Peak (kWP) – damit können jährlich rund 500 Haushalte mit Energie versorgt werden –, konsequenten Energieeinsparungen und einem intelligenten Energiemonitoring hat das Tiroler Unternehmen bereits viele Maßnahmen für die Energiewende gesetzt.

Erst kürzlich kamen die ersten batterieelektrischen LKW in den 40 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark. Für viele scheint der Schritt dahin mutig – die ersten Erfahrungen sind überzeugend. Trotz kritischer Stimmen haben die Verantwortlichen etwas gewagt, was in der Branche bisher belächelt wurde, und damit bewiesen, dass Mut belohnt wird. Wie so häufig in der Energiewende.

„Das Feedback, sowohl von Fahrern als auch Kund*innen ist durchwegs positiv“

Harald Huber, Furhparkleiter eurogast Grissemann

Der Alltag mit E-LKW

„Mit unseren ersten vier Elektro-LKW haben wir bereits enorm viel Erfahrung sammeln können“, erklärt Harald Huber, der Fuhrparkleiter des Unternehmens. „Das Feedback, sowohl von Fahrern als auch Kund*innen, ist durchwegs positiv“, führt er fort. „Einer der größten Vorteile ist tatsächlich, dass das Fahrzeug viel leiser ist, da auch die Kühlung mit dem Elektroantrieb des Fahrzeugs betrieben wird. Somit können wir bereits früher anliefern und stören niemanden mehr“, weiß Huber. Das ist ein klarer Vorteil, vor allem in besiedelten Gebieten und bei Tourismusbetrieben.

Ladeleistung

Je mehr Ladeleistung in Kilowatt (kW), desto kürzer die Ladezeit. Aufgrund der langen Betriebspause reichen für das Laden von Grissemans E-LKW Wallboxen mit jeweils 22 kW) aus. So starten die E-LKW täglich mit vollem Akku. Während der fast 12 Stunden Stehzeit werden sie auch mit einem Teil des eigenen PV-Stroms geladen.

Zum Vergleich: Für E-PKW zu Hause reichen drei bis elf Kilowatt Für schnelles Laden an öffentlicher Ladeinfrastruktur werden bis zu 150 kW und mehr verwendet.

Die Reichweite sei zudem mehr als ausreichend. Die Alltagstauglichkeit überzeugt sogar so sehr, dass selbst die Schätzungen von Renault, dem Hersteller dieser LKW, deutlich übertroffen wurden. Der Hersteller habe bei den großen Höhenunterschieden, der Kälte und dem alpinen Klima mit deutlich weniger Reichweite gerechnet. Die Fahrzeuge verfügen über leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterien mit 375 Kilowattstunden (kWh). „Wir kommen mit einer Ladung circa 300 Kilometer und im Durchschnitt fahren wir nicht mehr als 100 bis 150 km am Tag“, erzählt der Fuhrparkleiter. Fürs Laden genügen 22 Kilowatt (kW) Wallboxen, da die Fahrzeuge ohnehin ab Mittag mehrere Stunden bis zum nächsten Morgen stehen.

„Als wir den ersten E-LKW bekommen haben, musste ich ihn gleich selbst ausprobieren, obwohl ich gar nicht mehr selbst fahre, normalerweise. Mich hat er sofort überzeugt“, schließt Huber ab.

„Wir kommen mit einer Ladung circa 300 Kilometer und im Durchschnitt fahren wir nicht mehr als 100 bis 150 km am Tag“

Harald Huber, Furhparkleiter eurogast Grissemann

Die Entscheidung für E-LKW

Dass die neuen E-LKW überhaupt angeschafft wurden, ist allen voran dem Geschäftsführer Thomas Walser zu verdanken. Er setzt sich schon seit Jahren federführend für Energieeffizienz sowie für erneuerbare Technologien und deren sinnvoller Verwendung ein. „Unser Unternehmen ist sehr energieintensiv, daher macht es nur Sinn, wenn wir uns auch viele Gedanken um die Erzeugung und den Verbrauch von Energie machen“, erklärt er.

„Unser Unternehmen ist sehr energieintensiv, daher macht es nur Sinn, wenn wir uns auch viele Gedanken um die Erzeugung und den Verbrauch von Energie machen.“

Thomas Walser, Geschäftsführer Eurogast GRissemann

Mit einer knapp 2.000 kWP-Photovoltaik-Anlage wurden die Dachflächen des Betriebes schon so gut wie vollständig genutzt. Mithilfe des Energiemonitorings stellt das Unternehmen präzise dar, wo und wie viel Energie gebraucht wird.

 Mit der Elektrifizierung des Fuhrparks will das Unternehmen nicht nur Energie einsparen, sondern auch einen idealen Abnehmer für den selbst produzierten PV-Strom schaffen, so Walser. Beim Zuhören merken wir sofort, dass es sich beim Geschäftsführer in Sachen Energieeffizienz auch um eine Art Leidenschaft handelt. Eine, die dafür sorgt, dass Unternehmen wie die Grissemann Gesellschaft mutige Schritte gehen, ohne vorab von Erfahrungswerten von anderen profitieren zu können. „Irgendwer muss da auch mal anfangen. Geglaubt haben uns nämlich nicht viele, dass in unseren Breitengraden E-LKW Sinn machen. Zum Glück haben wir allen das Gegenteil bewiesen“, freut er sich.

„Irgendwer muss da auch mal anfangen. Geglaubt haben uns nämlich nicht viele, dass in unseren Breitengraden E-LKW Sinn machen. Zum Glück haben wir allen das Gegenteil bewiesen“

Thomas Walser, Geschäftsführer eurogast Grissemann

Wie geht es weiter?

Die nächsten Schritte sind bereits geplant. „Wir tauschen im Normalfall drei bis fünf Fahrzeuge, sprich LKW, im Jahr altersbedingt aus und die nächsten zwei Tranchen sind bereits voll elektrifiziert geplant. Langfristig wäre es optimal, wenn wir den gesamten Fuhrpark umstellen könnten“, erzählt Walser.

„Die Energiewende funktioniert, wenn wir alle Teil davon sind.“

Thomas Walser, Geschäftsführer eurogast Grissemann

Was machen andere?

Thomas Walser bietet an, dass er gerne bereit stehe, seine Erfahrungswerte im Fuhrparkbetrieb zu teilen. „Die Energiewende funktioniert, wenn wir alle Teil davon sind. Wir als Grissemann versuchen hier unseren Part beizutragen. Manchmal muss man da auch einige ungewisse Schritte setzen und auf sein Bauchgefühl vertrauen. Bisher hat sich das aber meistens gelohnt“, ist Walser überzeugt.

Das Unternehmen mit Sitz in Zams geht konsequent den Weg in eine energieeffiziente Zukunft, indem es sich für die Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks entschieden hat. Es ist schön zu sehen, wie immer mehr Tiroler Unternehmen bereit sind, mit zukunftsweisenden Investitionen in eine nachhaltigere Mobilität zu investieren.

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