Lendwirtschaft

Hausverstand im Altbestand

Über die Lendwirtschaft in Hall in Tirol gibt es viel zu erzählen, denn sie ist mehr als eine gewöhnliche Nachverdichtung zur Schaffung von Wohnraum. Mit viel Eigenleistung, natürlichen Materialien und jeder Menge Second-Hand-Einrichtung, wurde aus einem alten Bauernhof ein neues Zuhause.

Erschienen: November 2026 / Lesedauer: 7 Minuten / Erfahre hier mehr über Energieeffizienz

Vier Menschen, viel Platz, ein alter Bauernhof und eine gemeinsame Vision. Bauen muss nicht immer bedeuten, etwas Altes abzureißen. Bauen muss auch nicht immer heißen, mehr Geld auszugeben als ursprünglich geplant. Und Bauen kann sogar im engen Familienverbund gelingen, ohne dass danach der Haussegen schief hängt. Im Gegenteil: Gemeinsam bauen, zusammenleben und dabei sogar die Beziehung zueinander stärken ist möglich. Es kann schön sein und gleichzeitig verträglich für Mensch und Umwelt. Das und viel mehr sagte der Hausverstand der Familie Schmölz, als die Idee entstand, ihren alten Bauernhof zu sanieren und Platz für die zukünftigen Familien der drei Geschwister zu schaffen.

All das fand unter einem Dach Platz: in der sogenannten Lendwirtschaft, einem alten Bauernhof aus dem Jahr 1949 mitten in Hall in Tirol, der sich seit jeher im Familienbesitz befindet und bis vor wenigen Jahren noch in einem deutlich schlechteren Zustand war.

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Zeit

„Uns war von Anfang an bewusst, dass das ein längeres Projekt werden würde“, erzählt Emanuel, einer der drei Geschwister und Partner von Tine. Tine und Emanuel bewohnen eine der drei neu entstandenen Wohnungen im Gebäude. „Deshalb haben wir auch von Anfang an gesagt wir müssen nicht nur mit den Bauressourcen schonend umgehen, sondern auch mit unseren eigenen“, führt er fort. Also: keine Arbeit an den Wochenenden, fixer Baustopp um 18 Uhr und regelmäßige Gesprächsrunden mit allen Beteiligten, um Wünsche und Anregungen untereinander offen und transparent zu kommunizieren.

„Deshalb haben wir auch von Anfang an gesagt wir müssen nicht nur mit den Bauressourcen schonend umgehen, sondern auch mit unseren eigenen.“

Emanuel Schmölz

So wohnen Tine und Emanuel

Hier steht ein kurzer Beschreibungstext zur Wohnung, dass sich diese im ehemaligen Schuppen befindet und auf zwei Ebenen aufgeteilt ist.

Ressourcen

Doch nicht nur hier wurde an wertvollen Ressourcen gespart. Das alte Hofgrundstück wäre an sich auch für ein neues Gebäude geeignet gewesen. Aber: „Wir wollten den Bestand bewahren und haben uns unter anderem aus ökologischen Gründen dazu entschieden zu sanieren“, erzählt Veronika, die älteste der drei Geschwister. „Das Haus erzählt viel Geschichte, wir sind hier aufgewachsen und wollten alle hier für unsere Kinder die Zukunft mitschreiben“, erklärt sie.

So wohnt Veronika

Ihre Wohneinheit befindet sich im ersten Stock des Bauernhofs. Der Grundriss blieb unverändert und auch die alten Kastenfenster dürfen weiterhin zum Charme des Gebäudes beitragen. Dieses Bewahren des ursprünglichen Erscheinungsbilds ermöglichte es der Familie auch die Förderungen zum Stadt- und Ortsbildschutz in Anspruch zu nehmen. Erweitert wurde die Wohnfläche durch den Ausbau des Dachbodens, der zu einem offenen Wohnraum mit Ausblick auf den Haller Münzturm umgestaltet wurde.

„Das Haus erzählt viel Geschichte, wir sind hier aufgewachsen und wollten alle hier für unsere Kinder die Zukunft mitschreiben.“

Veronika Schmölz 

von links nach rechts: Christine Schmölz, Veronika Schmölz, Tine Gutweniger und Emanuel Schmölz

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