Erschienen: Oktober 2026 / Lesedauer: 6 Minuten / Erfahre hier mehr über Energieeffizienz
Tiroler Gemeinden stehen landauf, landab vor Herausforderungen. Eine davon ist der Erhalt von Gemeindegebäuden: angefangen bei Gemeindeämtern, Schulen und Kindergärten über Vereinsheime bis hin zu Feuerwehrhallen ist alles dabei. Vieles davon muss entweder saniert, erweitert oder neu gebaut werden, um die Bedürfnisse der Gemeindebewohner*innen weiterhin decken zu können.
Wie so ein Prozess aussehen kann, haben wir uns anhand zweier Tiroler Beispiele angesehen: dem gänzlich neu gebauten Feuerwehr- und Vereinshaus in der e5-Gemeinde Mötz sowie dem schrittweise sanierten und erweiterten Bildungszentrum in der e5-Gemeinde Reith bei Kitzbühel.
In Mötz wurden bereits 2020 im Gemeinderat Überlegungen angestellt, was mit der alten Feuerwehrhalle passieren soll, der ältesten im gesamten Bezirk. Dass es ein neues Gebäude braucht, war nach eingehender Prüfung schnell klar. Man wollte diesen Entschluss jedoch nutzen, um im Rahmen eines Bürger*innenbeteiligungsprozess die künftigen Nutzungen und die Anforderungen an das neue Gebäude gemeinsam mit der Bevölkerung zu definieren.
So entstand der Plan, die Feuerwehr, sämtliche Vereine im Dorf, die Bücherei, die Lebenshilfe sowie einen Veranstaltungssaal unter einem Dach zu vereinen und damit dafür zu sorgen, dass das Gebäude ganztägig gut ausgelastet ist.
Dass dieses Projekt tirolweit eine Vorreiterrolle einnehmen sollte, ist dem unermüdlichen Einsatz des Bürgermeisters von Mötz, Michael Kluibenschädel, zu verdanken. Gemeinsam mit dem Gemeinderat sorgte er dafür, dass die Weichen beim Neubau auf den klimaaktiv Gold Standard gestellt wurden und somit gewährleistet ist, dass das neue Mehrzweckgebäude neue Maßstäbe setzt.
„Wer soll diese Rolle einnehmen, wenn nicht die Gemeinden? Wenn wir zeigen wollen, dass man nachhaltig bauen kann, dann müssen wir das vormachen und beweisen“, erklärt Kluibenschädel seinen simplen, aber äußerst sinnvollen Gedanken dahinter.
„Als Gemeinde stehen wir gegenüber unseren Bürger*innen in der Verantwortung, sorgsam mit Ressourcen umzugehen und an die Zukunft zu denken“, führt er fort. „Dafür waren und sind natürlich gute Partner*innen notwendig, die wir unter anderem mit dem Architekturbüro Imgang und weiteren heimischen Betrieben gefunden haben“, schließt er ab.
„In Tirol stoßen wir beim klimaaktiv Gold Standard noch etwas an unsere Grenzen“, erklärt Alexandra Schmid Roner, Partnerin des Architekturbüros Imgang aus Innsbruck. „Hier müssen alle am Bau beteiligten Unternehmen natürlich grundsätzlich erst einmal wissen, was damit gemeint ist, und zum Beispiel bei Themen wie der Materialbeschaffung genauer hinschauen“, erklärt sie.
„Bei diesem Projekt war schnell klar, dass wir das schaffen können, wenn alle an einem Strang ziehen“, freut sie sich über das Ergebnis.