Das Heizen mit Holz will gelernt sein – von der Verwendung des richtigen Holzes über das Anzünden bis zur Wartung des Heizgeräts oder Kamins. Rauchfangkehrer Johannes Jirka zeigte gemeinsam mit Astrid Schösser-Pichler, Obfrau des Ausschusses für Umwelt, Energie, Klima und Nachhaltigkeit der Gemeinde Leutasch in der Gemeinde Leutasch, wie mit trockenem, heimischem Holz richtig angefeuert wird, was geschieht, wenn die Holzqualität nicht passt und wie durch richtiges Heizen Energie effizient genutzt wird.
Heizen mit Holz ist in Tirol nach wie vor sehr beliebt. Doch nur wer richtig heizt, gewinnt effizient und umweltschonend Wärme für sich und sein Zuhause, weshalb das Land Tirol die Initiative „Richtig Heizen mit Holz“ der Energieagentur Tirol seit 2012 unterstützt. Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeiten, wenn der Energiebedarf naturgemäß steigt, lohnt sich ein bewusster Umgang mit dem heimischen Energieträger Holz doppelt: für die Umwelt und fürs Energiesparen.
„Wer sein Brennholz richtig einsetzt, holt deutlich mehr Wärme heraus und reduziert gleichzeitig den Verbrauch. Das schont die Ressourcen und den Geldbeutel“, erklärt Stefan Streiter, Gebäudetechniker in der Energieagentur Tirol. „Als heimischer, nachwachsender Brennstoff bleibt Holz damit ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu TIROL 2050 energieautonom.“
Für einen optimalen Wärmegewinn und bestmögliche Verbrennung sind Wassergehalt, Größe sowie verwendete Holzart entscheidend. Je feuchter das Holz, desto geringer der Heizwert. Feuchtes Holz gibt weniger Energie ab und führt durch starke Kondensat-, Ruß- und Teerbildung zur Versottung des Kamins, schlimmstenfalls sogar zum Kaminbrand. Um den für die Verbrennung idealen Wassergehalt von 15 bis 20 Prozent zu erreichen, sollte das Holz etwa zwei Jahre trocken gelagert worden sein, am besten bereits als Stückholz. Nasses Holz erkennt man am höheren Gewicht, an einer schwer entfernbaren Rinde und an der dunklen und erhöhten Dampf- und Rauchbildung beim Abbrand.
„Wir Rauchfangkehrer sehen täglich, was falsch gelagertes oder ungeeignetes Holz in Kaminen anrichten kann: von massiven Verschmutzungen bis hin zu gefährlichen Brandereignissen. Hochwertiges Brennholz und regelmäßige Wartung sind daher unverzichtbar“, erklärt Rauchfangkehrer Johannes Jirka.
Qualitativ hochwertiges Ofenholz kommt idealerweise von Holzbäuer*innen aus der Region.
„Geringwertige Brennstoffe oder falsch befeuerte Öfen beeinträchtigen die Luftqualität erheblich. Besonders in Tirol, wo im Winter häufig Inversionslagen auftreten, können Schadstoffe kaum entweichen“, so Astrid Schösser-Pichler von der Gemeinde Leutasch.
Besonders die kleineren Feinstaubteilchen werden von den oberen Atemwegen nicht zurückgehalten und können tief in die Lunge eindringen und zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Im Zuge der Veranstaltung wurde ein Raummeter Ofenholz aus der Gemeinde Leutasch verlost.
„Richtig Heizen mit Holz“ ist eine Umweltinitiative der Energieagentur Tirol in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und den Gemeinden sowie weiteren Kooperationspartnern zur Verbesserung der Luftqualität. Sie wird vom EU-Projekt Save Energy Together unterstützt.