Auch in den warmen Monaten wird in vielen Tiroler Haushalten geheizt – oft ohne, dass es bemerkt wird. Ein falscher Betriebsmodus oder ungünstige Einstellungen führen dazu, dass Heizungsanlagen selbst bei sommerlichen Temperaturen anspringen und unnötig Energie beanspruchen. Der Grund dafür liegt in der teilweisen Automatisierung von Heizungsanlagen.
„Viele Heizungen reagieren automatisch auf die Außentemperatur. Sinkt diese in den nun wieder kühlen Sommernächten unter die eingestellte Heizgrenze, wird die Anlage aktiv, obwohl eigentlich keine Wärme gebraucht wird“, erklärt Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol.
Die Erklärung ist dabei recht banal: Viele Heizungen werden über die Außentemperatur geregelt. Ab einer gewissen Außentemperatur – meist sind 18 Grad Celsius als Heizgrenze eingestellt – geht die Heizung in Betrieb und je kälter es wird, umso mehr Energie wird vom Wärmeerzeuger an den Heizkörper oder die Fußbodenheizung geliefert. Im Herbst und Winter sorgt diese Funktion für Komfort und Effizienz. Was oft jedoch nicht beachtet wird: Auch in Sommernächten fallen die Temperaturen in Tirol teilweise unter 18 Grad Celsius und dann macht die Heizung genau das, worauf sie programmiert wurde, nämlich in Betrieb gehen.
„Es ist also davon auszugehen, dass in Tirol jeden Tag unzählige Heizungsanlagen in Betrieb gehen, Kessel und Verteilsystem auf Betriebstemperatur laufen, nur um dann wieder langsam auszukühlen. Das Ungute daran: Wer nicht aufs Thermometer im Technikraum schaut, wird es kaum bemerken. Bei so einem Start wird schnell ein Liter Öl oder ein Kubikmeter Gas verbrannt und auch Wärmepumpen und Biomasseheizungen springen an. Summiert über den Sommer kommt dann doch einiges zusammen und es wird unnötig Energie gebraucht“, erläutert Ebenbichler.
Das Gute daran: Das Problem ist schnell und einfach behoben. Die Heizung sollte je nach Gebäude bereits ab April aktiv ausgeschaltet beziehungsweise auf Sommerbetrieb umgestellt werden. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Anlagentypen: Bei Anlagen mit getrennten Systemen für Heiz- und Warmwasser kann die Heizung über den Sommer komplett ausgeschaltet werden. Gibt es keine getrennten Systeme, wird die Anlage hingegen auf Sommermodus umgestellt. Ein Tastendruck bedeutet dabei 100 Prozent Einsparung bei 0 Prozent Komfortverlust. Im Herbst wird die Heizung wieder ein- beziehungsweise umgeschaltet. „Wer sich nicht mehr ganz sicher ist, wie seine Heizungsregelung funktioniert, kann beim Sommerservice die Fachfirma danach fragen, denn nur wer in den Grundzügen mit seiner Heizung vertraut ist, kann diese auch effizient betreiben“, ergänzt Ebenbichler. Positiver Nebeneffekt: Neben unnötigen Kosten lassen sich so auch zusätzliche CO2 Emissionen einsparen und somit ein aktiver Beitrag zu TIROL 2050 energieautonom leisten.