21. April 2026

Wie wird mein Gebäude klimafit?

Knapp ein Drittel der Wohngebäude von 1945 bis 1980 saniert

Ende 2023 gab es in Tirol rund 166.000 Wohngebäude – etwa 60.000 davon stammen aus der Zeit zwischen 1945 und 1980. Unsanierte Häuser aus dieser Epoche haben oft einen schlechten Wärmeschutz. Immerhin rund 30 Prozent dieser Gebäude wurden bis Ende 2023 saniert. Durch attraktive Förderprogramme wächst diese Zahl weiter.

Hohes Energieeinsparpotenzial im Gebäudebereich

In Sachen Energieeffizienz wurden bereits gute Fortschritte erzielt. Trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ist es in Tirol in den vergangenen Jahren gelungen, den Verbrauch zu senken. Um das gemeinsame Ziel eines unabhängigen und fossilfreien Tirols bis zum Jahr 2050 zu erreichen, muss dieser Kurs gehalten werden. Ausgehend vom heutigen Energiebedarf gilt es rund 30 Prozent einzusparen und gleichzeitig die erneuerbaren Energieträger um 81 Prozent auszubauen. Hohes Einsparpotenzial liegt weiterhin im Gebäudebereich.

Rupert Ebenbichler, Geschäftsführer der Energieagentur Tirol: „Sanierungen sind nicht nur ein zentraler Hebel, um Energiekosten zu senken, sondern auch, um den Weg in eine fossilfreie Zukunft zu ebnen. Dass mittlerweile rund 30 Prozent der Wohngebäude aus der Bauperiode 1945 bis 1980 saniert wurden, ist ein wichtiger Schritt nach vorne – aber längst nicht ausreichend.“

Denn um TIROL 2050 energieautonom zu erreichen, braucht es das Engagement jeder und jedes Einzelnen. Eine thermische Sanierung spart nicht nur bis zu 75 Prozent Energie, sondern verlängert auch die Lebensdauer des Gebäudes und reduziert die notwendigen Investitionen in Heizungsanlagen erheblich. Eine Sanierung lohnt sich – sie bringt konkrete Vorteile im Hier und Jetzt: geringere Energiekosten, höhere Wohnqualität und eine nachhaltige Wertsteigerung des Gebäudes.

Bis zu 75 Prozent Energieeinsparung

Möglich wird die Energieeinsparung im Gebäudesektor durch breite thermische Sanierungsmaßnahmen. Ein thermisch saniertes Gebäude verbraucht 50 bis 75 Prozent weniger Energie. Das reduziert nicht nur laufende Heizkosten erheblich, sondern ermöglicht auch kleinere und damit günstigere Heizungsanlagen. Im Idealfall werden beide Maßnahmen gemeinsam geplant: Sanierung und Heizungstausch. Das Land Tirol fördert thermische Sanierungen mit einem bis zu 25-prozentigen Einmalzuschuss. Werden zumindest drei Maßnahmen – zum Beispiel Fassade, Fenster und oberste Geschoßdecke – gleichzeitig umgesetzt und bestimmte Anforderungen an den Heizwärmebedarf erfüllt, gewährt das Land obendrauf den Ökobonus. Dieser beträgt je nach Nutzfläche zwischen 8.800 und 20.350 Euro. Zusätzlich gibt es von Land und Bund attraktive Förderungen für den Heizungstausch.