So forscht TIROL 2050

Am Arbeitsbereich Wasserbau der Universität Innsbruck wird derzeit ein Konzept entwickelt, das den Fischschutz einfacher, effizienter und kostengünstiger gestaltet als dies mit den bisher verwendeten Rechensystemen der Fall ist.


Eine der beteiligten ForscherInnen, Barbara Brinkmeier, erzählt in diesem Gastbeitrag, woran genau gearbeitet wird:

Die Wasserkraft leistet einen großen Beitrag für eine nachhaltige und saubere Energiezukunft in unserem Land. Auch wenn praktisch CO2-freier Strom produziert wird, haben Wasserkraftwerke dennoch Auswirkungen auf die Gewässerökologie unserer Flüsse.

Ein Aspekt dabei ist der Fischschutz und die Fischwanderung. Zur Erhaltung bzw. Erreichung des guten ökologischen Zustandes eines Gewässers ist es unabdingbar, dass Fische vor einer Turbinenpassage geschützt werden und schadlos ins Unterwasser eines Kraftwerkes geleitet werden.

Vor diesem Hintergrund wird am Arbeitsbereich Wasserbau der Universität Innsbruck ein Fischschutzkonzept entwickelt, das den Fischschutz einfacher, effizienter und kostengünstiger gestaltet als dies mit den bisher verwendeten Rechensystemen der Fall ist.

Der so genannte „Seilrechen“ besteht aus horizontal gespannten Stahlseilen, welche vor den Turbineneinläufen angeordnet sind, um Fische vor der Turbinenpassage zu schützen und gleichzeitig zu einer seitlich angeordneten Fischabstiegsmöglichkeit (Bypass) zu leiten.

Beim so genannten „Elektro-Seilrechen“ werden die Seile mit Niederspannung beaufschlagt, was zur Ausbildung eines elektrischen Feldes im Nahbereich der Anlage führt. Fische nehmen diese Feld wahr und reagieren darauf, indem sie das Feld meiden.

Videoaufnahmen von Verhaltensuntersuchungen von Fischen am Seilrechen belegten dabei die verhaltensbiologische Wirkung des Impulsfeldes auf die Fische eindrucksvoll.

Im Zuge des derzeit an der Universität Innsbruck in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur, der Firma Albatros GmbH und IUS Weibel & Ness GmbH laufenden Forschungsprojektes werden die technische Entwicklung des Seilrechens vorangetrieben, die Fischschutz- und Fischleitwirkung optimiert und eine eingehende Kostenanalyse durchgeführt.

Ferner wird nach einem passenden Pilotstandort gesucht, an welchem die Vorteile des Systems auch einer praktischen Funktionskontrolle unterworfen werden können.
Weitergehende Informationen können auf unserer Website abgerufen werden.

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