Irland investiert komplett in Erneuerbare

Irland hat als erstes Land der Welt beschlossen, sich aus der Finanzierung von Kohle, Öl- und Gasprojekten zurückzuziehen. Auch Österreichs Kirche ist auf dem Weg.

 

Das irische Parlament in Dublin stimmte vergangene Woche für das Gesetz zum Divestment. Leicht fiel die Entscheidung allerdings nicht, die Regierungsparteien stemmten sich lange gegen das Gesetz. Nun endlich ist der Widerstand gebrochen. Viele Klimaschutzorganisationen kämpften für das Gesetz. Für die Divestment-Kampagne ist es ein erfreulicher Erfolg, dass sich nun ein ganzer Staat zum Divestment bekennt. Die Divestment-Bewegung wächst stetig an: Pensionsfonds, Versicherungen, Städte wie NewYork oder Berlin, Kirchen und Universitäten haben bereits ihre Investitionen aus fossilen Unternehmungen gezogen. In Cambridge waren Studenten sogar in den Hungerstreik getreten um das Divestment der Universität zu erzwingen.

Acht Milliarden Euro Staatsfond

Der rund acht Milliarden Euro schwere irische Staatsfonds muss nun seine Investitionen aus Kohle-, Öl- und Gasprojekten abziehen, und zwar „as soon as is practicable“, das wäre in diesem Fall innerhalb der kommenden fünf Jahre möglich, so die Einschätzung, also bis 2023. Gut 300 Millionen Euro stecken demnach in rund 150 Unternehmen in weltweiten Geschäften mit fossilen Energien. 

Kohle, Öl und Gas müssen im Boden bleiben

Auch der norwegische Staat hatte einen Teil seiner staatlichen Investitionen in fossile Geschäfte abgezogen, jedoch nur in Kohlegeschäfte, Öl und Gas laufen weiter. In Irland dagegen sollten Öl- und Gasbohrungen nun beendet werden. Irland dürfte nicht Nachzügler beim Erreichen der Pariser Klimaziele werden, so Éamonn Meehan, Chef der Entwicklungshilfeorganisation Trócaire. Um den Klimawandel noch aufzuhalten müsse die Abhängigkeit von fossilen Energien beendet werden. Wenn Kohle, Öl und Gas nicht mehr als Energiequelle genutzt werden sollen dann müssen sie auch im Boden bleiben.

Irlands Energiesicherheit hänge nicht von irischem Gas und Öl ab, entgegneten die Befürworter im Parlament den Kritikern. Um die Energiesicherheit zu erhöhen solle nun verstärkt in den Ausbau Erneuerbarer Energien vor Ort und die energetische Sanierung von Häusern investiert werden.

Das Gesetz sei sowohl substanziell als auch symbolisch von Bedeutung, so Meehan. Es verhindere unter anderem, dass öffentliches Geld entgegen dem öffentlichen Interesse investiert werde, und sende eine klare Botschaft an das Land und die Welt, dass wir dringend mehr gegen den Klimawandel unternehmen müssen – angefangen beim Ausstieg aus den fossilen Energien.

Auch Österreichs Kirche auf dem Weg 

Die Katholische Kirche Österreich hat im Mai 2018 die "Richtlinie für Ethische Geldanlagen" präsentiert. 
Es gehe darum, ökonomische Anlagekriterien wie "Sicherheit, Liquidität und Rendite in eine ethische Wertorientierung und nachhaltiges Handeln einzubetten", erklärte der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger, Mitglied der mit der Erarbeitung des Reglements beauftragten Arbeitsgruppe. Daher wird die Investition in Erdgas aus Fracking, in Erdöl und Kohlestrom bereits ausgeschlossen. 

Bildrechte: pixabay.com / weareaway 
Quellen: www.energiezukunft.eu / www.sonnenseite.com/ www.ordensgemeinschaften.at // Aufruf 24.07.2018

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